Alte Leipziger sieht positiven Gesamttrend

Pressekonferenz nach Führungskrise abgesagt. Von Herbert Fromme, Köln

 

Die Alte Leipziger (AL) hat zwei Wochen nach ihrer Führungskrise erste Zahlen mit positivem Trend für 2000 vorgelegt. Gleichzeitig verschob der Konzern eine seit langem für den 30. Januar geplante Pressekonferenz auf unbestimmte Zeit.

 

Der Aufsichtsrat hatte am 10. Januar den bisherigen Chef der Alte Leipziger Leben Axel Holzwarth entlassen – der fünfte Abgang eines Vorstands in zweieinhalb Jahren.

 

Der Konzern erzielte 2000 einen Umsatz von 4,5 Mrd. DM, verglichen mit 5,1 Mrd. DM im Vorjahr. Der Rückgang folgt dem Verkauf der Osteuropaholding Alte Leipziger Europa und der Rückversicherung, auf vergleichbarer Basis erzielte die Gruppe 1,7 Prozent Wachstum.

 

Den Ertrag aus dem Verkauf nutzte der Konzern, um das Geschäft des Sorgenkinds Alte Leipziger Leben anzukurbeln. Die Nettoverzinsung ihrer Kapitalanlagen erhöhte sich von 7,6 Prozent auf 8,2 Prozent – der Anstieg stammt vollständig aus dem Verkaufsgewinn. Auch im Aktienmarkt hob die AL stille Reserven, um die Verzinsung hoch zu halten. Das Neugeschäft sei stärker als der Markt gewachsen, die Verwaltungskostenquote von 4,8 Prozent auf 4,6 Prozent gesunken. Zur Entwicklung der Vertriebskosten sagte das Unternehmen nichts.

 

Der erfolgreiche Krankenversicherer Hallesche-Nationale legte weiter zu, die Zahl der Kunden mit Voll-Krankenversicherung stieg um 6600 auf 167000. Die Alte Leipziger Versicherung (ALV) trennte sich von verlustbringendem Autogeschäft und verbuchte entsprechend einen Rückgang der Einnahmen um fünf Prozent auf 746 Mio. DM. Der Spezialversicherer Zenith, der vor allem Autoflotten versichert, soll mit der ALV verschmolzen werden.

Quelle: Financial Times Deutschland


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