Zurich Financial Services kauft Bankprodukte zu

Joint Venture mit Bank of Scotland für britischen Markt. Von Andrew Bolger, London, und Herbert Fromme, Köln

Die 4,5 Millionen Kunden der Zurich Financial Services (ZFS) in Großbritannien können künftig auch Bankdienstleistungen unter der Zurich-Marke kaufen. Dafür ist die Versicherung ein Joint Venture mit der Bank of Scotland eingegangen. Den Kunden werden Bankkonten, Privatkredite, Hypotheken und Kreditkarten angeboten, die von der Bankbereitgestellt werden. Verkaufen will die ZFS die Bankdienstleistungen über ihre bestehenden Vertriebskanäle, etwa die Vertreter der Lebensversicherung Allied Dunbar und den Direktvertrieb Eagle Star Direct. Außerdem sind die Bankprodukte ein wichtiger Pfeiler des neuen Internet-Finanzportals, das die Gruppe im Sommer starten will. Phil Hodkinson vom Management der ZFS in London erklärte: „Wir wollen unseren Kunden eine breitere Produktpalette anbieten, dabei stehen Bankdienstleistungen ganz vorne für uns.“

Die Bank of Scotland wird dagegen keine ZFS-Versicherungen über ihre Filialen verkaufen. Sie hat eine eigene Versicherungstochter und unterhält Beziehungen zur Royal & Sun Alliance sowie zur Axa. Dienstleistungen für Partner aus anderen Branchen gehören zu den Spezialitäten der Bank. Sie hat mehr als 1000 Partnerschaftsverträge, unter anderem mit der Supermarktkette Sainsbury und dem Autohersteller Renault.

Die ZFS baut zur Zeit weltweit ihre Struktur um und trennt dabei die Bereitstellung von Finanzdienstleistungen, die so genannte Produktion, vom Verkauf. Laut Konzernleitungsmitglied Heinrich Focke ist der Zukauf fremder Produkte eine der Grundlagen des Umbaus. Zu Fusionen zwischen Banken und Versicherungen müsse es bei derart offenen Strukturen nicht kommen, sagte Focke in der vergangenen Woche auf einem Kongress in Hamburg.

Quelle: Financial Times Deutschland


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