Asiens Versicherungsmärkte vor neuem Boom

Die Versicherungsmärkte Asiens bieten der Branche äußerst positive Aussichten, trotz kurzfristiger Unsicherheiten. Davon sind die Experten der Rückversicherung Swiss Re überzeugt. In ihrer neuesten Sigma-Studie bescheinigen sie der asiatischen Versicherungsbranche, dass sie sich in den letzten zwei Jahren von ihrem „beispiellosen Einbruch“ infolge der regionalen Finanzkrise erholt hat. „Trotz schwachem Wirtschaftswachstum ist davon auszugehen, dass Asien nur vorübergehend einen Rückschlag erlitten hat“, heißt es in der Studie.

Das so genannte Nichtlebengeschäft – also die private Schaden-, Unfall-und Krankenversicherung – werde in Asien von 2001 bis 2005 um real 7,9 Prozent jährlich wachsen, das Lebensversicherungsgeschäft sogar um 8,9 Prozent, schätzt die Swiss Re. Japan, mit weitem Abstand der größte Versicherungsmarkt Asiens, der in den letzten Jahren durch mehrere Konkurse von Lebensversicherern getroffen wurde, bleibt dabei allerdings außen vor. Hier erwarten die Swiss-Re-Fachleute nur 1,9 Prozent und 2,3 Prozent Zuwachs.

Asien gilt für die globale Versicherungswirtschaft als einer der drei Zukunftsmärkte, neben Osteuropa und Lateinamerika. Aber vor allem die starke Regulierung in den Hauptmärkten Indien und China hat bisher verhindert, dass die internationalen Konzerne in der Region tatsächlich Fuß fassen konnten. Mit der Globalisierung öffnen diese Konzerne sich nun. Entsprechend erwartet die Swiss Re das höchste Wachstum in China und den umliegenden Staaten, gefolgt von Südostasien. „Grund hierfür ist das hohe aufgestaute Wachstumspotenzial für Nichtlebenversicherungen in China.“

Zu den Hauptgründen für das kräftige Wachstum zählt die Swiss Re neben der Globalisierung und der Öffnung der Märkte die hohe Sparquote und die rasch zunehmende Überalterung der Bevölkerung, die Regierungen zur Einführung ausreichender Altersvorsorgesysteme zwingt.

Bisher dominiert der japanische Markt die Region. Im Bereich Nichtleben verzeichneten die Versicherer 1999 133 Mrd. $ Prämieneinnahme. Davon wurden 75 Prozent in Japan erzielt, zehn Prozent in China und Umgebung, neun Prozent in Südkorea, vier Prozent in Südostasien und zwei Prozent in Indien. Im Bereich Lebensversicherung dominiert Japan mit 82 Prozent (468 Mrd. $) noch deutlicher, gefolgt von Südkorea mit acht, China mit sechs, Südostasien zwei und Indien mit einem Prozent.

Quelle: Financial Times Deutschland


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