Gerling und Swiss Re gründen Kredit-Gruppe

Die Kölner Gerling-Gruppe und die Rückversicherung Swiss Re legen ihr Kreditversicherungs-Geschäft nach monatelangen Verhandlungen zusammen. Die neue Gerling NCM Credit and Finance wird mit jährlichen Einnahmen von rund 1,1 Mrd. Euro weltweit die Nummer zwei sein. „Wir sind ideale Partner“, kommentierte Jürgen Zech, Vorstandsvorsitzender von Gerling, die Gründung der neuen Tochter.

Gerling bringt seine Gerling Speziale Kreditversicherung in das gemeinsame Unternehmen ein, die Swiss Re den niederländischen Kreditversicherer NCM. Dazu kommen die jeweiligen Tochtergesellschaften, wie die belgische Namur und Etoile in Frankreich.

Kreditversicherer sichern Unternehmen in erster Linie gegen Forderungsausfälle ab. Wird der Kunde zahlungsunfähig, ersetzt der Versicherer den ausstehenden Betrag. Marktführer ist die Allianz mit ihren Töchtern Hermes und Euler.

An der Gerling NCM wird Gerling mit 51 Prozent die Mehrheit halten. Die Swiss Re erhält 25 Prozent plus eine Aktie. Den Rest kaufen ungenannte niederländische Investoren.

NCM gehört bislang zu 90 Prozent den Schweizern. Zwei holländische Minderheitsgesellschafter – ABN Amro und ING – werden abgefunden. Auch die Swiss Re erhält zusätzlich zum Anteil an Gerling NCM noch einen nicht genannten Betrag.

„So schnell wie möglich“ solle ein Teil der neuen Gesellschaft an die Börse gebracht werden, erklärte Jürgen Zech. Die privaten Investoren wollten ihren Anteil dann komplett verkaufen, die Swiss Re höchstens 24 Prozent behalten. Das werde in zwei bis drei Jahren erfolgen. Gerling will von seinem Anteil aber nichts abgeben. „Das ist ein Kerngeschäftsfeld für uns und da wollen wir die Mehrheit haben“, sagte Zech. Die neue Gruppe solle jährlich um zehn Prozent wachsen, erklärte Bernd Meyer, Chef der Gerling Speziale Kreditversicherung und künftiger Vorstandsvorsitzender von Gerling NCM. Neben dem klassischen Versicherungsgeschäft will die Gesellschaft vor allem in verwandten Bereichen wie Inkasso, Kreditmanagement oder Finanzlösungen zulegen.

Von den insgesamt 3400 Mitarbeitern bei den Kreditversicherern soll keiner seinen Arbeitsplatz verlieren, versicherte Meyer. Rund 150 durch den Zusammenschluss überflüssige Stellen würden durch das Wachstum der Gruppe aufgefangen. Ab 2005 rechnet Gerling mit jährlichen Synergieeffekten von 50 Mio. Euro.

Quelle: Financial Times Deutschland


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