Provinzial Kiel will Feuersozietät Berlin übernehmen

Die öffentlich-rechtliche Versicherungsgruppe Provinzial Kiel will gemeinsam mit anderen norddeutschen öffentlichen Versicherern die Feuersozietät Berlin Brandenburg und ihr Schwesterunternehmen Öffentliche Lebensversicherung übernehmen. Der Kieler Vorstandschef Roland Reime rechnet damit, dass es Anfang 2002 zum Verkauf der Versicherungen kommt, die je zur Hälfte den Ländern Berlin und Brandenburg gehören. Beide Länder sind für die Privatisierung.

Mit der öffentlich-rechtlichen VGH-Gruppe in Hannover und der Braunschweigischen Landesbrand sei man „im Schulterschluss“, sagte Reime. Die Sparkassen, zu denen alle öffentlichen Versicherer gehören, werden sich möglicherweise an einem Angebot beteiligen.

Reime erwartet beim Verkauf der Feuersozietät Konkurrenz von privaten Versicherern. „Aber unser Konzept macht Sinn, vor allem die weitere enge Verzahnung mit den Sparkassen“, sagte Reime der Financial Times Deutschland.

Die Provinzial Kiel, die insgesamt auf 2,51 Mrd. DM Prämie kommt, hat Dienstagabend die rechtlichen Voraussetzungen für einfachere Übernahmen und Zusammenschlüsse geschaffen. Die Gruppe änderte ihre rechtliche Struktur rückwirkend zum 1. Januar 2001. Aus der öffentlich-rechtlichen Gruppe wurden drei nebeneinander stehende Aktiengesellschaften: Die Provinzial Nord Brandkasse, die Provinzial Nord Lebensversicherung und die Provinzial Nord Holding als Management-Gesellschaft. Alle drei gehören zu jeweils 90 Prozent den Sparkassen in Schleswig-Holstein, zu zehn Prozent denen in Mecklenburg-Vorpommern.

Mit der neuen Struktur vermeidet die Provinzial steuerliche Nachteile. Vor allem aber gehe es um die Weiterentwicklung der Gruppe, sagte Reime. „Wir können jetzt viel leichter Beteiligungen oder Übernahmen eingehen.“ Die Provinzial Kiel hat mit Erwerbungen gute Erfahrungen: 1997 kaufte sie der DBV Winterthur die Hamburger Feuerkasse ab, die seit ihrer Privatisierung 1994 dem Wiesbadener Unternehmen gehörte.

Reime tritt für größere Einheiten bei den öffentlichen Versicherern ein. „Am sinnvollsten wäre eine Deutschland-Holding, dann könnte man viele Aktivitäten wirklich effektiv bündeln.“ Das sei aber wohl kurzfristig nicht machbar. Deshalb müsse man über regionale Verbünde nachdenken, die auch kapitalmäßig verflochten seien. „Da bietet sich eine norddeutsche Lösung an.“

Quelle: Financial Times Deutschland


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