Ergo-Gruppe trotz Schwäche optimistisch

Von Anja Krüger, Düsseldorf Der Düsseldorfer Ergo-Konzern, Erstversicherer der Münchener Rück, lässt sich den optimistischen Blick in die Zukunft nicht durch sein schwaches Wachstum auf dem deutschen Lebensversicherungsmarkt trüben. Die zweitgrößte deutsche Versicherungsgruppe – die aus Victoria, Hamburg-Mannheimer, DAS und DKV besteht – will in der Endphase der Rentenreform 2008 mit Altersvorsorge-Produkten einen Umsatz von einer Mrd. Euro erzielen.

„Wir sind gut aufgestellt, wenn es im nächsten Jahr erst richtig losgeht“, erklärte Ergo-Chef Lothar Meyer. Victoria und Hamburg-Mannheimer haben schon 275 000 Riester-Verträge abgeschlossen. Bewährt hat sich dabei die Kooperation mit der HypoVereinsbank, an der die Münchener Rück ab dem nächsten Jahr 25,7 Prozent hält. Über ihre Schalter hat Ergo bereits 10 000 Policen abgesetzt.

„Wir erwarten im kommenden Jahr Prämieneinnahmen bei privaten Riester-Produkten von mehr als 200 Mio. Euro“, sagte Meyer. Die Gruppe will ihren Marktanteil in der Altersvorsorge von acht auf zehn Prozent ausbauen. In sieben Jahren, wenn die staatliche Förderung ihre Höchstgrenze von vier Prozent erreicht hat, will Ergo mit der privaten und der betrieblichen Altersvorsorge jeweils einen Umsatz von 500 Mio. Euro erreichen.

Über die kurzfristigen Umsatzerwartungen in der betrieblichen Altersvorsorge wollte Ergo keine Angaben machen. „Wir haben erfolgreiche Akquisitionen, aber die werden wir erst im kommenden Jahr kommunizieren“, sagte Michael Rosenberg, Chef der Victoria Leben.

2001 steigen die Beitragseinnahmen der Ergo-Gruppe zwar voraussichtlich um zehn Prozent auf 13,9 Mrd. Euro. Gewachsen ist die Gruppe aber vor allem wegen Zukäufen im Ausland. In ihrem stärksten Geschäftsfeld, der Lebensversicherung, verdoppelten sich die Beitragseinnahmen im Ausland, im Inland stiegen sie nur um 2,4 Prozent – sie liegen also unter dem für den gesamten Lebensversicherungsmarkt geschätzten Anstieg von 3,1 Prozent.

Bei den Ergo-Sachversicherern wird die Schaden-Kostenquote unter 100 Prozent liegen. „Das werden nur wenige andere Gesellschaften erreichen“, erklärte Meyer mit Recht. In der Schaden/Unfallversicherung steigen die Beitragseinnahmen voraussichtlich um mehr als 13 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro, im Inland liegt das Wachstum mit 3,1 Prozent über dem des Marktes von 2,6 Prozent.

Quelle: Financial Times Deutschland


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