Kassen fördern Versandhandel für Medikamente

Von Ilse Schlingensiepen, Köln Die Krankenkassen unterstützen den Medikamenten-Versandhandel, um die Kostensteigerungen bei Arzneimitteln in den Griff zu bekommen. Neun niedersächsische Betriebskrankenkassen (BKK) mit insgesamt 250 000 Versicherten wollen den neuen Vertriebsweg nutzen und informieren ihre Kunden über die niederländische Internet-Apotheke 0800DocMorris.

Bei der BKK Hamburg ist der Medikamenten-Versandhandel schon Teil eines Paketes zur Kostensenkung, das bereits erste Früchte getragen hat. Die Kasse senkt zum 1. Januar 2002 ihren Beitragssatz von 15,3 Prozent auf 14,9 Prozent.

Die Internet-Apotheke nahm im Juni 2000 den Betrieb auf und zählt inzwischen 65 000 Deutsche zu ihren Kunden. DocMorris liegt im Schnitt zehn bis 15 Prozent unter den Preisen deutscher Apotheken, die den Konkurrenten seit Anbeginn juristisch bekämpfen. Voraussichtlich 2003 wird der Europäische Gerichtshof über den Online-Handel mit Arzneimitteln in Deutschland entscheiden.

„So lange können wir nicht warten, uns laufen die Ausgaben davon“, sagt Bernd Hillebrandt, Vorstand der BKK Continental, Hannover. Seine Kasse werde voraussichtlich 40 Mio. DM für Medikamente ausgeben, genau so viel wie für die ambulante ärztliche Behandlung. Der neue Vertriebsweg werde dazu beitragen, die Beitragssätze stabil zu halten, glaubt er.

Die BKKen hätten sich von der Qualität der Apotheke im niederländischen Landgraaf überzeugt. „Ein bisschen Druck durch solche Newcomer tut dem deutschen Gesundheitssystem gut“, sagt Hillebrandt.

Quelle: Financial Times Deutschland


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