Wachwechsel bei den Privaten Krankenversicherern

Von Ilse Schlingensiepen, Köln Ab Sommer nächsten Jahres bestimmt ein neues Führungsduo die Geschicke des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV). Volker Leienbach, Geschäftsführer der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und – gestaltung (GVG), wird am 1. Juli 2002 Direktor des Verbands der privaten Krankenversicherung. Er löst Christoph Uleer ab, der in den Ruhestand geht. Mitte Juni steht die Wahl eines neuen Präsidenten an, denn Peter Greisler, Chef der Debeka-Versicherungsgruppe, steht aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung. Sein Nachfolger wird aller Voraussicht nach Reinhold Schulte, Vorstandsvorsitzender der Signal Iduna Gruppe.

Die 51 Mitgliedsunternehmen des PKV-Verbands decken 99 Prozent des Marktes ab. Sie erzielten in 2000 Prämieneinnahmen von 41 Mrd. DM. Der Verband hat – unter Hinweis auf seine sozialpolitische Bedeutung – immer auf seiner Unabhängigkeit vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft bestanden.

Von zentraler Bedeutung für die Branche ist die politische Lobbyarbeit. In seinem zukünftigen Job wird dem 47-jährigen Diplom-Kaufmann Leienbach seine 16-jährige Erfahrung bei der GVG von Nutzen sein. Seine dringlichste Aufgabe wird der Kampf um den Erhalt der Versicherungspflichtgrenze sein. Wer zur Zeit mehr als 6525 DM im Monat verdient, kann sich privat krankenversichern. Immer wieder wird die Forderung laut, diese Grenze kräftig anzuheben. Das würde die PKV deutlich schwächen.

Quelle: Financial Times Deutschland


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