Aachen-Münchener wächst kräftig im Direktvertrieb

Von Herbert Fromme, Köln Die Unternehmen der Cosmos-Gruppe bescheren der Aachener und Münchener Beteiligungsgesellschaft (AMB), die zur italienischen Generali-Gruppe gehört, hohe Zuwächse im Direktvertrieb per Telefon, Post und Internet. Die Cosmos steigerte 2001 die Anzahl der Verträge um 13,5 Prozent auf jetzt 1,27 Millionen. Die Beitragseinnahmen stiegen um 8,7 Prozent auf 712 Mio. Euro, das Wachstum liegt deutlich über den 3,3 Prozent des Marktes.

Den Zuwachs erzielten die Cosmos-Gesellschaften in Saarbrücken vor allem in der Autoversicherung. Hier machte die Gruppe mit ihren Niedrigpreisen Fortschritte. Die Zahl der Kraftfahrt-Haftpflichtverträge wuchs um 19 Prozent auf 183 700.

In der Lebensversicherung ging das Neugeschäft dagegen zurück – gemessen in laufenden Beiträgen um satte 26 Prozent auf 89 Mio. Euro. Ein Cosmos-Sprecher begründete das mit Sonderfaktoren im Jahr 2000. Viele Policen, die gegen Ende des Ausnahmejahres 1999 verkauft worden seien, seien dann doch erst in 2000 ausgefertigt worden und hätten das Ergebnis des Jahres nach oben getrieben. 2001 sei dagegen eher normal gewesen. Außerdem gebe es wegen der Riester-Rente eine deutliche Kundenzurückhaltung. Die gebuchten Bruttobeiträge der Lebensversicherung stiegen um rund acht Prozent auf 628 Mio. Euro.

Zum Erfolg des Direktvertriebs trägt auch das Internet bei. „Wir haben 20 Prozent des Neugeschäfts über das Internet gemacht, nach elf Prozent im Vorjahr“, sagte der Sprecher. Damit hat Cosmos schon deutlich höhere Online-Verkäufe als spezielle Internetversicherer.

Neue Spekulationen, nach denen die AMB und damit die Generali an dem zum Verkauf stehenden Online-Aktienbroker Consors und dessen Versicherungstochter Einsurance interessiert seien, wollten die Unternehmen nicht kommentieren. „Nichts dran“, hieß es aber in unternehmensnahen Kreisen in Triest. Ähnliche Vermutungen waren schon im November im Informationsdienst Platow-Brief geäußert worden.

Strategisch sinnvoll könnte eine solche Übernahme durchaus sein – möglicherweise in Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner Commerzbank, an dem die Generali knapp zehn Prozent hält. Die Consors-Plattform und ihr Kundenstamm könnten die Verkaufskanäle der AMB abrunden. WestLB-Analyst Volker Kudszus hält deshalb ein Interesse der AMB für möglich, sieht die Zukunft von Consors aber eher bei Deutscher Bank, HypoVereinsbank oder einem amerikanischen Käufer.

Zitat:

„20 Prozent des Neugeschäfts ging über das Internet“ – Cosmos-Sprecher.

Quelle: Financial Times Deutschland


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