Versicherer Parion und Signal Iduna streben Fusion an

Von Herbert Fromme, Köln Die Versicherer Parion und Signal Iduna wollen nach Informationen der Financial Times Deutschland fusionieren. Damit würde die viertgrößte Gruppe auf dem deutschen Erstversicherungsmarkt entstehen. Ein anderer Zusammenschluss wurde dagegen abgesagt. Die Versicherungen VHV und Inter werden weiter getrennte Wege gehen

Mit der Fusion der Kölner Parion-Gruppe mit Signal Iduna, die ihren Sitz in Dortmund und Hamburg hat, gewinnt der lange erwartete Konsolidierungsprozess in der deutschen Versicherungsbranche deutlich an Fahrt. Parion betont seit der erfolgreichen Umstrukturierung im vergangenen Jahr wieder seinen Traditionsnamen Gothaer.

Beide Konzerne wollen Anfang 2003 zusammengehen. Erster Chef des Unternehmens soll Signal-Vorstandsvorsitzender Reinhold Schulte, 54, werden, hieß es in Unternehmenskreisen. Der 44-jährige Parion-Chef Werner Görg wird zweiter Mann und könnte Schulte später beerben.

Die zwei Gruppen haben Prämieneinnahmen von jeweils 4 Mrd. Euro jährlich. Zusammen kommen sie auf einen Anteil von sechs Prozent am fragmentierten deutschen Markt. Zum Vergleich: Marktführer Allianz hat rund 18 Prozent.

„Gerade bei dem Geschäft mit der betrieblichen Altersvorsorge kann man sehen, dass nur große Gruppen oder solche mit guten Beziehungen zum Gewerkschaftslager, also viel Klüngelfaktor, zum Zuge kommen“, sagte ein Manager. Parion und Signal haben kaum derartige Beziehungen. Deshalb setzen sie auf Größe.

Auch die schwierige Kapitalmarktsituation und der Zwang zu schlagkräftigeren Asset-Management-und EDV-Lösungen sprechen für größere Gruppen.

Zwei andere Versicherer haben ihre Fusionspläne aufgegeben. Die VHV in Hannover, die vor allem als Autoversicherer und Baubranchenspezialist arbeitet, und der Handwerksversicherer Inter in Mannheim mit dem Schwerpunkt private Krankenversicherung haben ihren Zusammenschluss ohne Angabe von Gründen abgesagt. Insider vermuten, dass es bei der Risikoprüfung Überraschungen gegeben hat.

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Quelle: Financial Times Deutschland


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