Aachen-Münchener-Chef Jäger verabschiedet sich mit guten Zahlen

Generali-Tochter steigert ihre Prämieneinnahmen · Erfolgreicher Start des Riester-Geschäfts

Von Anja Krüger, Köln Mit positiven Zahlen verabschiedet sich Hans Jäger. Der langjährige Chef der Aachener und Münchener Beteiligungs-AG (AMB), der Obergesellschaft der Aachen-Münchener-Gruppe, wird zur heutigen Aufsichtsratssitzung seinen Rückzug aus dem aktiven Geschäft bekannt geben – nach einem Schlaganfall im November. Nachfolger soll EDV-Chef Walter Thießen werden.

Der zur italienischen Generali gehörende Konzern steigerte 2001 seine Prämieneinnahmen um 6,7 Prozent auf 11 Mrd. Euro im selbst abgeschlossenen Geschäft. Herausgerechnet sind dabei Sondereffekte wie die Bestandssanierung der Generali Lloyd und die geplante Reduzierung des Einmalgeschäfts in der Lebensversicherung. Marktweit stiegen die Beitragseinnahmen dagegen nur um 3,3 Prozent.

AMB erwartet eine Steigerung des Überschusses von 308 Mio. Euro auf 316 Mio. Euro, obwohl die Erträge aus Kapitalanlagen von 4,81 Mrd. Euro auf 3,35 Mrd. Euro sanken. Zum besseren Ergebnis trugen die niedrigere Kostenquote, die Entspannung bei den Schäden und vor allem niedrigere Steuerlasten bei.

Mit einem Anteil von 59 Prozent am Beitragsvolumen ist Leben der größte Geschäftsbereich der Gruppe. Hier steigerte sie das Neugeschäft bei den laufenden Beiträgen um 19 Prozent auf mehr als 990 Mio. Euro. Das Wachstum geht auf die höhere Nachfrage nach Berufsunfähigkeitspolicen und anderen Rentenreformprodukten zurück. Das Geschäft mit der Riester-Rente ist bislang gut gelaufen. Sie verkaufte rund 315 000 Verträge.

AMB will 2002 um fünf Prozent wachsen, vor allem im Leben-Geschäft. Zur Zeit hat die Gruppe hier einen Marktanteil von 10,6 Prozent. Wie er Ende 2002 aussehen soll, will sie nicht sagen. Auch die Planzahlen für das Riester-Geschäft im laufenden Jahr werden nicht herausgeben. „Wir sind sehr vertriebsstark. Darauf gründen wir unsere Wachstumspläne“, sagte eine Sprecherin. Viel verspricht sich der Konzern von der Vertriebsorganisation Deutsche Vermögensberatung AG, an der er knapp 50 Prozent hält. Sie verkaufte den Großteil der Riester-Policen.

Zufrieden ist die Gruppe mit dem neuen Kooperationspartner Commerzbank. Über sie sollten 2001 Verträge mit einer Beitragssumme von 500 Mio. Euro abgesetzt werden, erreicht wurden 530 Mio. Euro.

Quelle: Financial Times Deutschland


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