Allgemeine Kreditversicherung wird umbenannt

Französische Mutter Coface sucht engere Anbindung · Deutliche Preiserhöhungen durchgesetzt

Von Herbert Fromme, Frankfurt Die Allgemeine Kredit, die Mainzer Tochter der französischen Kreditversicherungsgruppe Coface, wird umbenannt. Vorstandschef Benoit Claire, der das Amt am 1. Januar 2002 übernahm, kündigte an, dass der Name des Mutterkonzerns künftig Bestandteil des Namens der deutschen Tochter sein wird. Ob das Unternehmen Coface Allgemeine Kredit oder Allgemeine Kredit Coface heißt, ist noch nicht entschieden.

Die engere Verbindung zwischen Mutter und Tochter liegt im Konsolidierungstrend der Kreditversicherungsbranche: Weltmarktführer Allianz hat seine beiden Töchter Euler in Paris und Hermes in Hamburg eng zusammengespannt. Gerling Kredit ist mit der Swiss-Re-Tochter NCM fusioniert.

Kreditversicherer decken vor allem Risiken von Firmen mit ihren Kunden. Zahlt der Kunde nicht, muss der Kreditversicherer einspringen – aber nur, wenn er vorher die Lieferung bis zu einem bestimmten Wert genehmigt hat. Da macht es Sinn, das Know-how über Millionen Firmen weltweit zu bündeln.

Der Marktdritte Allgemeine Kredit leidet wie die Konkurrenz unter der stark steigenden Zahl von Insolvenzen, die 2001 um 19 Prozent auf 50 000 allein in Deutschland zunahm. „Wir haben es dabei zunehmend mit mittleren und großen Firmen wie Brinkmann zu tun“, sagte Claire.

Der Umsatz sei 2001 zwar um 4,4 Prozent auf 240 Mio. Euro gestiegen, aber das Wachstum des eigentlichen Kreditversicherungsgeschäfts war mit 1,2 Prozent auf 196 Mio. Euro deutlich schwächer. Der Rest entfiel auf Gebühren für Kreditprüfungen und andere Umsätze, zum Beispiel für das Rating der Allgemeinen Kredit für kleine und mittlere Unternehmen.

Im operativen (technischen) Versicherungsgeschäft habe man im vergangenen Jahr einen Verlust erlitten, aber durch Kapitalerträge ausgeglichen, sagte Claire. Einzelheiten sollen im Mai folgen.

Zurzeit erhöht die Allgemeine Kredit bei ihren 8000 Kunden drastisch die Preise – bei schadenträchtigen Verträgen um durchschnittlich 30 bis 40 Prozent, sonst um zehn Prozent. „Wir stoßen auf Verständnis“, sagte Claire. Wachsen will er vor allem im Exportkreditgeschäft – und da ist die engere Bindung an Paris nur von Vorteil, glaubt er.

Quelle: Financial Times Deutschland


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