Allianz und Swiss Re gründen Versicherer für Terrorschäden

Privates Unternehmen in Luxemburg soll Industrie abdecken · Beteiligung an nationalem Pool möglich

Von Herbert Fromme, München Die Allianz bereitet nach Informationen der Financial Times Deutschland die Gründung eines Spezialversicherers für Terrorrisiken vor. An dem Unternehmen beteiligt sich unter anderem der Rückversicherer Swiss Re. Die Münchener Rück, mit der die Allianz eng verbunden ist, bleibt außen vor. Berater der Allianz ist die Investmentbank Goldman Sachs.

Für das Projekt sucht die Allianz noch Partner. Jeder von ihnen soll 20 Prozent des Kapitals von 500 Mio. Euro – 25 Prozent davon eingezahlt – übernehmen. Bisher hat neben Allianz und Swiss Re die Zurich Financial Services (ZFS) eine Beteiligung zugesagt. Mit weiteren Konzernen wird in der nächsten Woche verhandelt.

Seit dem 11. September schließen viele Versicherer Terrorrisiken aus ihren Deckungen für Industrieanlagen und Hochhäuser aus. Mit dem neuen Projekt will die Allianz offenbar den Versicherungsnotstand und die rapide gestiegenen Preise nutzen. Unternehmen aus der EU, in Ausnahmefällen auch aus anderen Ländern, sollen Deckungen für Terrorschäden bis zu 200 Mio. Euro pro Risiko kaufen können. Damit keine Mehrfachschäden aus einem Anschlag drohen, zeichnet der Versicherer im Umkreis von 600 Metern jeweils nur ein Risiko.

Allianz-Vorstand Detlev Bremkamp bestätigte den Plan. „Ob das Projekt tatsächlich zustande kommt, ist noch offen“, sagte er. Andere Versicherer werfen der Allianz vor, mit dem privaten Terrorversicherer mache sie ihre Forderung nach Staatshaftung unglaubwürdig und konkurriere mit dem geplanten Branchen-Terrorversicherer Extremus. Bremkamp nennt diese Argumentation nicht stichhaltig. Das private Unternehmen sei nur eine Ergänzung. „Erstens hätte es nur begrenzte Kapazitäten, zweitens würde es im gesamten europäischen Markt und darüber hinaus Versicherungsschutz anbieten, also nicht nur in Deutschland wie die angedachte Extremus Versicherungs-AG“, sagte er. Eine solche Gesellschaft könne sich auch an einem nationalen Pool beteiligen.

Das neue Unternehmen wird aus steuerlichen Gründen in Luxemburg angesiedelt. Allerdings soll das lukrative Geschäft dort nicht bleiben: Die Anteilseigner bekommen einen Großteil davon auf dem Wege der Rückversicherung in die eigenen Bücher.

Quelle: Financial Times Deutschland


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