Inter stellt Angaben zum Sampo-Deal klar

Nur Geschäft mit geringem Risiko wird übernommen

Von Herbert Fromme, Köln Am 6. November 2001 überraschte die Inter-Versicherungsgruppe die Fachwelt. Der Mannheimer Spezialist für Krankenversicherung und Handwerks-sowie Ärztegeschäft teilte mit, er sei mit der finnischen Sampo-Gruppe übereingekommen, „dass die Inter Allgemeine Versicherung AG den in Köln verwalteten Teilbestand der Sampo übernimmt“. Die Geschäftsstelle in Köln werde von der Inter fortgeführt. Einzelheiten wollten die Unternehmen nicht nennen.

Die Nachricht kam überraschend, weil die Inter bis dahin die – notorisch defizitäre – Industrieversicherung gemieden hatte. Bei der Sampo aber, das wussten die Fachleute, stand es mit dem Geschäftserfolg auf diesem Feld nicht zum Besten – nicht umsonst wollte sich der finnische Versicherer nach hohen Verlusten verabschieden.

Jetzt rudert Inter-Vorstandschef Bernd Jansen zurück. Die Inter habe keineswegs den aus Köln verwalteten Sampo-Bestand mit einer Jahresprämie von rund 35 Mio. Euro übernommen, teilte er mit. Nur ein kleiner Teil mit einem Volumen von rund 10 Mio. Euro werde künftig von der Inter gezeichnet. Dabei gehe es um „sorgfältig geprüftes Sachversicherungsgeschäft“ mit langjährig gutem Schadenverlauf. Die industrielle Haftpflichtversicherung, die besonders verlustträchtig verlief, sei nicht Gegenstand der Vereinbarung. Man habe nur zur Abwicklung dieses Geschäfts in Köln eine Bürogemeinschaft mit der Sampo gebildet.

Warum die plötzliche Klarstellung? Am 28. Januar hatten Inter und die VHV-Versicherungsgruppe mitgeteilt, dass aus der geplanten Fusion nichts wird. Gründe für das Scheitern wollten die Unternehmen nicht nennen. In Versicherungskreisen war man sich sicher: Das riskante Sampo-Portefeuille hat bei der gegenseitigen Risikoprüfung den Ausschlag gegen die Fusion gegeben. Diese Auffassung schadet inzwischen dem Inter-Renommee – deshalb muss Jansen sich plötzlich dagegen wehren. Eine offensivere Informationspolitik, auch über die Gründe des Scheiterns der Fusion, hätte ihn davor bewahrt.

Quelle: Financial Times Deutschland


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