Schaden wegen Terrorüberfall auf New York steigt weiter

Durchschnittliche Schätzungen liegen bei 52 Mrd. Dollar · Vor allem Haftpflichtansprüche werden geltend gemacht

Von Herbert Fromme, Köln Unternehmen und Privatleute, die vom Terrorüberfall auf New York am 11. September getroffen wurden, müssen länger auf Zahlungen der Versicherer warten als ursprünglich angenommen. Gleichzeitig steigt der geschätzte Schaden weiter an. Der Durchschnitt der verschiedenen Schadenschätzungen von Experten beträgt jetzt 52 Mrd. $, vor drei Monaten lag er noch bei 38 Mrd. $.

Das geht aus einem Papier der New York City Partnership (NYCP) und der Handelskammer hervor. Darin wird die im November von sieben führenden Management-Consulting-Firmen erstellte Studie über die Auswirkungen des 11. September aktualisiert. In der New York City Partnership sind 200 führende Manager großer Unternehmen Mitglied. Sie ist das Sprachrohr des Big Business.

„Die Verzögerung bei den Auszahlungen von Versicherungsschäden könnte länger dauern als erwartet“, heißt es. Kunden und Versicherer verhandeln über verschiedene Auffassungen zu den Schadenschätzungen, zudem muss herausgefiltert werden, wer welches Risiko tragen muss.

Der scharfe Anstieg der durchschnittlichen Schadenaufwendungen sei vor allem auf höhere Haftpflichtansprüche als erwartet zurückzuführen. Wegen dieser im November noch nicht eingerechneten Ansprüche gehen nicht nur die Schätzungen des versicherten Schadens nach oben, auch der gesamte wirtschaftliche Schaden wird deutlich höher liegen als die im November geschätzten 83 Mrd. $.

„Viele dieser Haftpflichtschäden werden wohl jahrelang umstritten bleiben und viele werden möglicherweise gar nicht bezahlt „, glauben die Ökonomen der Consulting-Firmen. Das sei auch mit vielen Ansprüchen geschehen, die 1993 nach den Bomben auf das World Trade Center gestellt wurden.

Die Terrorangriffe und die jetzt gestellten Versicherungsansprüche führen zu Preiserhöhungen bis zu 65 Prozent für Gewerbe-und Industriepolicen, vor allem für Gebäudeversicherungen bei Hochhaustürmen.

Noch schwieriger wird die Lage der Unternehmen in Manhattan dadurch, dass sie kaum Terrordeckungen kaufen können. „Zur Zeit können diese Deckungen nur zu extrem hohen Preisen von Offshore-Versicherern und einigen hochkapitalisierten US-Gesellschaften gekauft werden“, heißt es. Wenn die Banken Terrordeckungen für die Finanzierung von Neubauten und Verkäufen bestehender Gebäude verlangten, stiegen die Kosten dramatisch, und der Markt für Gewerbeimmobilien könnte erheblich beeinträchtigt werden.

Zitat:

„Viele Schäden werden möglicherweise gar nicht bezahlt“ – New York City Partnership.

Quelle: Financial Times Deutschland


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