DEVK gewinnt Pensionsfonds der Deutschen Bahn

Von Ilse Schlingensiepen, Köln Die Deutsche Bahn hat die betriebliche Altersversorgung für rund 100 000 nicht verbeamtete Mitarbeiter an den Pensionsfonds der DEVK vergeben. Der Versicherer hofft, den Bahn-Mitarbeitern bis Ende des Jahres 20 000 Verträge zu verkaufen. Den Angehörigen bietet er sein privates Riester-Produkt über einen Gruppenvertrag an. Bislang hat das Unternehmen 20 000 „DEVK-Zusatzrenten“ verkauft.

Ursprünglich war die DEVK ein reiner Selbsthilfeverein für Eisenbahner. Heute steht sie über Tochtergesellschaften allen offen. Geführt wird der Konzern von zwei Vereinen. In die Lebensversicherungsgruppe wird jetzt eine Zwischenholding eingezogen. So kann die Gruppe Steuervorteile nutzen. Vor allem aber schafft sie die juristische Grundlage für eine Klage gegen die Änderung im Steuergesetz, die es Versicherern untersagt, Verluste aus der Lebensversicherung mit Gewinnen aus der Schadenversicherung zu verrechnen.

Den Zusammenschluss mit einem anderen Verein schließt der Vorstandsvorsitzende Bernd Oppermann weiterhin aus. „Wir haben so viele Geschäftsmöglichkeiten, dass wir auch in Zukunft allein erfolgreich sein können“, sagte er. Die DEVK will verstärkt auch im Umfeld der Bahn aktiv werden, etwa im öffentlichen Personennahverkehr.

Im Hauptgeschäftsfeld Schaden-und Unfallversicherung erwartet Oppermann für dieses Jahr „überdurchschnittliche Zuwächse“. Bereits 2001 konnte die Gruppe mit 4,2 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro stärker zulegen als der Markt. Gleichzeitig gingen die Schadenzahlungen zurück, der versicherungstechnische Gewinn stieg von 34 Mio. Euro auf 69 Mio. Euro. Mit einem fast verdoppelten Jahresüberschuss von 113 Mio. Euro erzielte die DEVK das beste Ergebnis ihrer Geschichte.

Weniger gut lief es in der Lebensversicherung. Die Beiträge nahmen nur um 0,4 Prozent auf 528 Mio. Euro zu. Das Nettokapitalanlagen-Ergebnis sank von 374 auf 330 Mio. Euro, die stillen Reserven schmolzen von 5,9 auf 2,3 Prozent. Für eine Prognose zur Überschussbeteiligung für 2003 sei es zu früh, so Oppermann. Es werde aber „mit Sicherheit“ eine Fünf vor dem Komma stehen. Zurzeit sind es 6,3 Prozent beim Verein und 6,1 Prozent bei der AG.

Quelle: Financial Times Deutschland


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