Mannheimer muss Leben-Tochter unterstützen

Von Herbert Fromme, Hamburg Die Mannheimer-Gruppe muss wegen der schlechten Börsensituation das Eigenkapital der Tochter Mannheimer Lebensversicherung um 88 Mio. Euro auf 136 Mio. Euro stärken und ist sich nicht sicher, ob sie dieses Jahr eine Dividende zahlt.

Den Kapitalmarkt will Mannheimer-Chef Hans Schreiber dafür nicht anzapfen. Die Mittel stammen von der Holding: Der Konzern stockt das Aktienkapital der Leben um 15 Mio. Euro auf 60 Mio. Euro auf. Private-Equity-Fonds im Wert von 30 Mio. Euro, die der Holding gehören, werden auf die Leben umgehängt. Außerdem zahlt der Konzern rund 33 Mio. Euro in die Gewinnrücklage der Tochter ein.

Für die gesamte Gruppe will Schreiber in vier Jahren eine Kostensenkung von insgesamt 60 Mio. Euro durchsetzen. Etwa 110 der 1150 Stellen werden abgebaut, weitere 40 im Asset Management und in der Datenverarbeitung sollen mit der Auslagerung an externe Dienstleister gehen. Für das Rechenzentrum gibt es fortgeschrittene Verhandlungen mit Siemens. „Das Asset Management wird an einen der großen Profis verkauft, das prüfen wir jetzt“, sagte Schreiber.

Ein großer Teil der Einsparungen werde dem konsequenten Einsatz von Internettechniken entstammen, die von der Onlinetochter Mamax entwickelt wurden.

Der Lebensversicherer werde sich künftig auf biometrische Risiken konzentrieren – Berufsunfähigkeit, Langlebigkeit und Tod. Deshalb werde das Unternehmen den Focus auf entsprechende Policen legen, also private Rente, Berufsunfähigkeit und Risiko-Leben. „Wir haben die Kapitallebensversicherung aber nicht eingestellt, sondern werden sie herunterfahren“, sagte Schreiber. Gegenteilige Berichte seien falsch.

Die Vertreter werden wegen des neuen Schwerpunkts für Mannheimer-Kapitallebenspolicen nicht mehr so hohe Provisionen wie bisher erhalten. Deshalb könne es lohnender für sie sein, Kapitalpolicen anderer Versicherer zu verkaufen. „Darüber verhandeln wir mit mehreren Gesellschaften.“ Dazu gehören die Mannheimer-Aktionäre Victoria, Gerling, Nürnberger und Wüstenrot & Württembergische.

Quelle: Financial Times Deutschland


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