Deckung von Industrierisiken gestaltet sich schwierig

Von Herbert Fromme und Anja Krüger, Köln Für die deutsche Industrie wird die Suche nach Versicherungsdeckungen für das Jahr 2003 „so schwierig wie schon lange nicht mehr“. „Die Krise ist nur mit der Situation von 1968 bis 1972 vergleichbar, als deutsches Industriegeschäft ebenfalls vielfach nicht platzierbar war“, sagte Jakob Eugster, Chef von Benfield Greig München, der deutschen Niederlassung des internationalen Rückversicherungsmaklers Benfield. Trotz deutlicher Preisanhebungen werde es Risiken geben, die auch im internationalen Markt keine Deckung finden. „Nur mit sehr hohen Selbstbehalten und anderen Mitteln der Eigenbeteiligung sind diese Problemfälle noch unterzubringen.“ In den letzten zwei Jahren haben sich Preise und Bedingungen für Industrieversicherer deutlich verhärtet, verstärkt durch den Effekt des 11. September. Dabei üben die Rückversicherer mit ihren strikten Vorgaben an die Erstversicherer – die den Kontakt mit Kunden haben – erheblichen Druck aus.

Benfield gehört mit 410 Mio. Euro Umsatz aus Provisionen und Gebühren und 1600 Mitarbeitern zu den größten Rückversicherungsmaklern der Welt, nach Aon und Guy Carpenter, als Teil von Marsh & McLennan.

Das Unternehmen vermittelt für Erstversicherer die Platzierung von deren Rückdeckungen. In Deutschland ist das Unternehmen seit 1998 aktiv und weist 10 Mio. Euro Jahresumsatz auf. Von der Summe stammen allerdings 7 Mio. Euro aus dem Geschäft zwischen Rückversicherern, das Benfield international abwickelt. Rund 2 Mio. Euro deutscher Makler-Umsatz werden in London generiert, 1 Mio.Euro Umsatz aus München und dem Büro in Hannover. „Diese Summe wollen wir in den nächsten drei Jahren auf 5 Mio. Euro steigern“, sagte Eugster. Vor allem in der Rundum-Beratung von Erstversicherern in Hinsicht auf ihre Rückdeckungs-und Bilanzrisiken sieht Eugster eine große Zukunft.

In Hannover erprobt Benfield Greig zusammen mit HDI und Hannover Rück ein neues Dienstleistungskonzept. „Wenn der HDI über die Hannover Rück ein Industrierisiko international platzieren will, arrangiert unser Büro diese Deckung.“ Dabei arbeitet das Benfield-Büro wie die ausgelagerte Rückdeckungs-Abteilung der HDI-Gruppe.

Zitat:

„Die Lage ist so schwierig wie schon lange nicht mehr“ – Jakob Eugster.

Quelle: Financial Times Deutschland


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