Fluglinie ist künftig privat versichert

Die Lufthansa hat bei der Allianz-Gruppe eine private Lösung für die Terrordeckung gefunden, die sogar etwas günstiger als die Staatsdeckung ist. „Zum 1. Dezember werden wir eine private Versicherung von Drittschäden aus Krieg und Terror abschließen“, bestätigte ein Lufthansa-Sprecher gestern. Dann wird die Staatsdeckung voraussichtlich erneut auslaufen.

Die staatliche Überbrückungslösung ist mehrmals verlängert worden, weil sich die Branche nicht mit der Assekuranz auf eine privatwirtschaftliche Lösung einigen konnte. In einigen Ländern haben Fluggesellschaften schon vor Monaten Versicherungsverträge abgeschlossen. Die Lufthansa hat mit den beiden einzigen Konsortien,die solche Risiken überhaupt decken, verhandelt – und jetzt eine preiswertere Lösung herausgeschlagen. Dabei setzte sich nach FTD-Informationen die Allianz gegen die AIG aus den USA durch.

Nach dem 11. September hatten die Versicherer Kriegs-und Terrordeckungen fast vollständig gekündigt. Nur für Schäden gegen Dritte bis 50 Mio. $ gaben sie weiter Schutz. Für die von den Fluggesellschaften benötigten weit höheren Deckungen hatten die Versicherer damals eine Prämie von 3,40 $ pro Passagier gefordert. Bei rund 40 Millionen Kunden der Lufthansa summierte sich das auf fast 140 Mio. $.

Mittlerweile ist die Assekuranz deutlich moderater. Vor einigen Monaten schloss die Lufthansa bereits eine Teildeckung für 100 Mio. $ mit der Allianz ab. Sie zahlt dafür 0,24 $ pro Passagier. Die Allianz deckt dafür Schäden von 50 Mio. $ bis 150 Mio $, danach haftet bislang der Staat mit 1,35 Mrd. $ – das sind weitere Kosten in Höhe von 0,60 $ für die Lufthansa. Zusammen sind also 0,84 $ fällig. Der neue Abschluss mit der Allianz für eine Summe von 1,45 Mrd. $ kostet rund 0,80 $.

Trotz der privaten Lösung befürwortet die Lufthansa weiterhin eine Fondslösung auf europäischer oder internationaler Ebene. „Der Fonds muss als langfristige Sicherung kommen. Das wird weiterverfolgt“, heißt es bei der Lufthansa.

Jenny Genger, Herbert Fromme.

Quelle: Financial Times Deutschland


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