Versicherer verwirren mit Renditezahlen

Werte der Unternehmen sind offenbar nicht vergleichbar

Von Anja Krüger, Köln Heute wird Marktführer Allianz Leben die Gewinnbeteiligung für seine Kunden für das kommende Jahr bekannt geben und damit die Messlatte für die gesamte Branche legen. Meldungen, nach denen das Unternehmen die Überschussbeteiligung für die Kunden von 6,8 Prozent auf 5,5 Prozent senkt, wollte die Allianz nicht bestätigen. „Die Entscheidung wird erst am Mittwoch getroffen“, sagte eine Sprecherin.

Bei Abschluss einer Kapitallebensversicherung garantiert der Anbieter für die gesamte Laufzeit eine staatlich festgelegte Verzinsung. Zurzeit dürfen Gesellschaften für aktuell abgeschlossene Verträge höchstens 3,25 Prozent fest zusagen. Die meisten Versicherer schreiben ihren Kunden aber darüber hinausgehend Erträge gut. Die Unternehmen legen die Überschussbeteiligung jeweils im Herbst für das kommende Jahr fest.

Die Überschussbeteiligung ist für Versicherer das entscheidende Instrument im Wettbewerb. Von den Unternehmen genannte Zahlen sind aber nicht immer vergleichbar. Zum Beispiel hat die Victoria Lebensversicherung in der vergangenen Woche angekündigt, dass die Gewinnbeteiligung im kommenden Jahr von 6,8 Prozent – je nach Produkt – auf 5,0 bis 5,2 Prozent sinken wird. Allerdings rechnet die Victoria in diesen Wert den so genannten Schlussgewinnanteil ein, der erst am Ende der Laufzeit des Vertrags fällig wird. Unklar ist, wie hoch die Überschussbeteiligung tatsächlich ist.

Für das Jahr 2002 hatten Allianz und Victoria ihren Kunden eine Gewinnbeteiligung von 6,8 Prozent versprochen. Die Victoria hat in diese 6,8 Prozent aber den Schlussgewinnanteil einberechnet, die Allianz hat das nicht getan. Das Ergebnis: Kunden der Victoria erhalten weniger Geld aus ihrer Kapitallebensversicherung als die der Allianz.

Quelle: Financial Times Deutschland


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