Allianz baut in den USA Geschäft mit Managerhaftung aus

Neue Einheit soll hohe Preise und Marktenge nutzen

Von Herbert Fromme, Köln Die Allianz-Gruppe hat in den USA das Geschäft mit der Managerhaftpflicht (Directors and Officers Liability oder D&O) für Großunternehmen aufgenommen und dafür eine eigene Geschäftseinheit gebildet. Sie gehört zum Industrieversicherer Allianz Insurance Co. und wird sich mit Risiken bei großen börsennotierten Unternehmen beschäftigen. Die Allianz-Tochter Fireman’s Fund bietet weiterhin D&O-Policen vor allem für kleine und mittlere Unternehmen in Privatbesitz an.

D&O-Policen decken Aufsichtsräte, Vorstände und andere leitende Mitarbeiter gegen Ansprüche von Gesellschaftern, Aktionären oder Dritten aus ihrer Tätigkeit für das Unternehmen.

Andere US-Versicherer haben den Markt nach hohen Schäden infolge der Skandale um Enron, Worldcom und andere verlassen oder reduzieren ihre Kapazität. Gleichzeitig steigen die Preise kräftig – die Erhöhungen reichen je nach Risiko von 30 bis 300 Prozent. Diese Situation will die Allianz nutzen. Der US-Markt für D&O-Deckungen kommt nach Angaben der Allianz auf mehr als 1 Mrd. $ Prämieneinnahmen jährlich.

Innerhalb von drei bis fünf Jahren wolle die Allianz drittgrößter Anbieter werden, sagte ein Sprecher. Für den direkten Kontakt mit den Kunden aus der Industrie sind vier Vice Presidents zuständig, die der Konzern von Konkurrenten und Maklern abgeworben hat. Für die schnelle Antragsbearbeitung wurde ein speziell angepasstes Vertragsbearbeitungs-programm eingekauft, dass Deckungsumfang und Preise sofort mit denen der Konkurrenz vergleicht.

Quelle: Financial Times Deutschland


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