Gläubiger der Gerling Rück protestieren

Konzern und Deutsche Bankwegen Anleihen unter Druck

Von Herbert Fromme, Köln Dem Gerlin-Konzern droht neuer Ärger. Anleger, die im August 2002 Euroeine Anleihe des Rückversicherers Gerling Globale Rück (GGR) über 220 Mio. Euro gezeichnet hatten, verlangen nun vom Rückversicherer sowie dessen Aktionären Rolf Gerling und Deutsche Bank Garantien für den Fall, dass der problembeladene Konzern seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Chefjustiziar Christoph Ebert bestätigte der FTD die Forderungen. „Wir sind aber nicht der Ansicht, dass der Gerling-Konzern für die Schulden der GGR haftet“, sagte Ebert. Die Deutsche Bank wollte nicht Stellung nehmen.

Zuletzt hatten bereits GGR-Versicherungskunden mit hohen Ansprüche gegen das Unternehmen die Haftung der Mutter angemahnt.

Nach hohen Verlusten aus der Rückversicherung hatte die GGR im Oktober 2002 das Neugeschäft in den Hauptgeschäftsfeldern eingestellt. Um Altlasten und Probleme aus der Konzernbilanz zu entfernen, wurde der Rückversicherer an den Manager Achim Kann übergeben. Nur so besteht eine Aussicht auf den Verkauf der gesamten Gruppe, auf den sich die beiden Aktionäre geeinigt haben.

Die GGR-Anleihe über 220 Mio. Euro läuft bis 2021 und wird in Luxemburg gehandelt. Der Marktpreis schwankt im Moment zwischen 20 und 25 Prozent des Ausgabewertes. „Beim Verkauf des Papiers im August 2001 wiesen Manager des Rückversicherers immer wieder darauf hin, dass die GGR integraler Bestandteil der Gerling-Gruppe ist“, sagte ein Sprecher mehrerer Investoren.

Die Anleger wollen sich auch an die deutsche Finanzaufsicht BAFin und an Aufseher in London und New York wenden. „Zwar vertreten die vor allem die Interessen von Versicherten und nicht von Anlegern, aber der GGR-Deal könnte übergeordnete Interessen berühren“, sagte der Sprecher. So würde künftig kaum ein institutioneller Investor ohne beinharte Garantien in deutsche Versicherer investieren.

Quelle: Financial Times Deutschland


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