Mannheimer streicht Dividende nach Verlust

Konzern schreibt tiefrote Zahlen in der Lebensversicherung “ Kostensenkung beschlossen “ Verkauf wird geprüft

Von Ilse Schlingensiepen, Köln Das Jahr 2002 wird die Mannheimer Gruppe so schnell wie möglich vergessen wollen. Durch einen gravierenden Einbruch bei der Lebensversicherung musste der Konzern einen Verlust zwischen 40 und 50 Mio. Euro einstecken, nach einem Gewinn von 23,3 Mio. Euro im Jahr 2001. Die Mannheimer AG Holding, die im MDax notiert ist, zahlt für das vergangene Jahr keine Dividende, da sie den Bilanzgewinn vollständig den Gewinnrücklagen zuführen will. 2001 gab es pro Aktie noch 2,50 Euro. Der Gewinn der Holding halbierte sich von 30 Mio. Euro auf 15 Mio. Euro.

Die Mannheimer ist eine der wenigen mittelgroßen Versicherungsgesellschaften, die nicht zu einer größeren Gruppe gehören. Viele Versicherer und Rückversicherer halten Anteile, darunter die Münchener Rück mit zehn Prozent.

Die Mannheimer Lebensversicherung verbuchte in 2002 einen Verlust von 60 Mio. Euro, der durch eine Entnahme aus den Kapitalrücklagen ausgeglichen wird. Die Gesellschaft musste zum Ende des Jahres 112 Mio.Euro abschreiben. Die Beitragseinnahmen betrugen 344 Mio. Euro, 17 Prozent weniger als 2001.

Gerüchte, dass er händeringend versuchen soll, die Mannheimer zu verkaufen, hört der Vorstandsvorsitzende der Mannheimer AG Holding, Hans Schreiber, nicht gern. „Wir prüfen alle strategischen Optionen wie einen Teilverkauf, einen Verkauf oder eine Fusion, und das ist auch nichts Neues“, sagte Schreiber.

Er setzt darauf, dass ein straffes Kostensenkungsprogramm und die strategische Neuausrichtung des Lebensversicherers die Gruppe wieder in ruhigere Fahrwasser bringen werden. Die Mannheimer Lebensversicherung hatte im vergangenen Jahr beschlossen, sich ganz aus dem Geschäft mit Kapitallebensversicherungen zurückzuziehen und nur noch Risiko-, Berufsunfähigkeits-und Riester-Policen anzubieten. Um Kunden auch weiterhin ein Angebot in der Kapitallebensversicherung machen zu können, bereitet die Mannheimer zur Zeit eine Konsortiallösung mit der Victoria, Gerling und der Volksfürsorge vor. Sie soll bis Ende des ersten Quartals stehen, sagte Schreiber.

Die Beitragseinnahmen der Mannheimer-Gruppe gingen 2002 um 5,2 Prozent auf 811 Mio. Euro zurück. Positiv entwickelte sich die Mannheimer Versicherung AG. Sie erzielte in der Schaden-und Unfallversicherung ein Plus von 2,1 Prozent auf 263 Mio. Euro bei den Prämieneinnahmen. „Entgegen dem Markttrend haben wir sowohl brutto als auch netto einen versicherungstechnischen Gewinn erzielt“, sagte Schreiber. Die Schwäche der Kapitalmärkte ließ aber auch den Sachversicherer nicht unberührt, sein Ergebnisbeitrag reduzierte sich von 19,5 Mio. Euro 2001 auf 14,2 Mio. Euro im vergangenen Jahr.

Quelle: Financial Times Deutschland


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