Ganz spontan gewagte «Jumps»

Snowboard-Air-Contest dank Schneeglück kurzfristig realisiert

Flawil. Die letzten Jahre zerflossen Ideen für Schnee-Events in den nicht immer winterlichen Temperaturen auf grünen Hängen und Wiesen – nicht so in diesem Jahr.

Stefan Hauser

Flawil sei eben nicht schneesicher, leider, darum sei ein lange geplanter Anlass nie zustande gekommen. «Als die Wetterprognosen aber immer mehr Schnee ankündigten, da konnten wir nicht mehr widerstehen», erklärt Patric Burtscher von der Elektrischen Werkstatt.

Schneebar und «Kicker»

Im Verlauf der letzten Woche entstand so im Chressbrunnen die «elektrische Schneebar» und eine Schanze, ein so genannter Kicker. «Ein Snowboard-Air-Contest, also ein Wettbewerb mit gewagten Sprüngen sollte es werden, die Idee stand schon lange im Raum», so Patric Burtscher. Wegen dem unverhofften Schneeglück eine sehr spontane und kurzfristige Aktion. Geworben wurde deshalb über schnelle Kommunikationskanäle, per E-Mail und SMS oder via Newsletter unter www.elektrisch.ch . Mit Erfolg, fanden sich doch am vergangenen Samstag gut 200 Personen im Chressbrunnen ein.

«One-eighty» und «Frontflip»

Oben am Hang standen schliesslich 18 Snowboarder aus der Region Flawil. Zu hämmernden Rhythmen zeigten sie in zwei Durchgängen ihre «Jumps», gewagte Sprünge. Eingefleischte Boarder bestaunten und kommentierten «Grabs» und «One-eighties», «Flips» und «Turns». Von der Jury zum Sieger gekürt wurde schliesslich Patrick Hagen, als Preis für Kunstfertigkeit und Mut gabs ein Snowboard, gestiftet von Claudia und Michi Widmer von (H)air and Style Coiffure and Sport Goods aus Flawil. Für viele Springer stand aber der friedliche Wettstreit im Mittelpunkt, dabei sein war wichtiger als siegen. «Der Spass sollte im Vordergrund stehen, wir nehmen die Sache nicht tierisch ernst», führte Burtscher aus. So wurde auch ein Trostpreis für den schlimmsten (glimpflich verlaufenen) Sturz vergeben.

«Absolut geil!»

Filippo Zanchi jedenfalls kam als Zuschauer auf seine Kosten. Der St.Galler hatte via Kollegen vom Anlass erfahren. «Solche Events finde ich absolut geil! Etwas Spezielles, das eher schräg in der Landschaft steht und nicht kommerziell aufgezogen und ausgebeutet wird.» In die gleiche Kerbe schlägt Andi Giger aus Flawil: «Mir gefällt der spontane Aspekt einer solchen Veranstaltung. Und ich finde es toll, dass so etwas in Flawil funktioniert: Ganz kurzfristig informieren, kein grosser Werbeaufwand – und dennoch kommen so viele Leute hierher. Die E-Mails lösen eine richtige elektronische Lawine aus.» So entstehe eine Art von Party-Szene, an der man Kollegen treffen und Spass haben könne. «Und es hat dennoch nicht diesen verrufenen Underground-Flair, bei dem nur das Illegale, Anrüchige zählt.»

Es lohnt sich trotzdem

Zeitlicher Aufwand und Hektik seien beim Vorbereiten eines solchen Events eher gross. «Vieles muss zurückstecken. Und doch lohnt es sich. Nicht finanziell, aber vom Erlebnis her», sind sich die Macher einig. Und für Patric Burtscher, Claudia und Michi Widmer sowie Philip und Stefan Schäfli von der WG 93 steht fest: «Genügend Schnee in Flawil vorausgesetzt, wird es einen solchen Event wieder einmal geben.»

Bild: sh.

Sprung über den Kicker für den grossen Kick am Air-Contest.

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Quelle: Financial Times Deutschland


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