Axa verharrt in Deutschland in Lauerstellung

Konzernchef de Castries peilt Wachstum ohne Zukäufe an

Von Herbert Fromme, Frankfurt Gut gerüstet für die anstehende Konsolidierungsphase der Assekuranz sieht Henri de Castries, Chef des französischen Axa-Konzerns, seine Gruppe. Sie habe deutlich höhere Reserven als die Konkurrenz, den Fremdkapitalanteil gesenkt, die Kosten reduziert und die Versicherungsergebnisse verbessert. Dass die Axa stille Lasten von 4,8 Mrd. Euro auf ihre Aktien hat, sei nicht signifikant, sagte de Castries – die stillen Reserven auf festverzinsliche Papiere betrügen schließlich 7 Mrd. Euro. „Wir brauchen keine Kapitalerhöhung“, erklärte de Castries kategorisch.

Die Axa-Gruppe will in den USA, in Frankreich, Spanien und im Bereich Asset Management zukaufen, aber keine Banken. „Bancassurance ist zu teuer und zu gefährlich“, sagte er.

In Deutschland stehen keine Übernahmen an. „Wir können hier wachsen, ohne zuzukaufen“, sagte de Castries. Es gebe mehrere Möglichkeiten der Konsolidierung – die Übernahme ganzer Firmen, einzelner Vertriebsnetze oder der Kunden schwächerer Wettbewerber. „Das billigste ist, die Kunden zu übernehmen.“

Der Kölner Axa-Konzern gehe in die richtige Richtung mit höheren Umsätzen und Kostenreduzierungen. Dennoch gehört er in der internen Axa-Wertung noch nicht zu den Ländergesellschaften mit „solider Performance“, sondern in die Kategorie „signifikanter Fortschritt“. Für das deutsche Lebens-und Vorsorgegeschäft nannte de Castries ein Betriebsergebnis nach Steuern von 6 Mio. Euro – ein Minus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Ergebnis im Schaden-und Unfallgeschäft brach von 77 Mio. Euro auf 18 Mio. Euro ein. In beiden Fällen spielte die Steuerreform eine große Rolle.

Quelle: Financial Times Deutschland


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