König & Cie bringt Schiffsfinanzierer an die Börse

Branche sammelte im Vorjahr 1,5 Mrd. Euro bei Anlegern ein

Von Katrin Berkenkopf, Hamburg Mitte des Jahres will das Hamburger Finanzierungshaus König & Cie die König & Columbia Tanker AG an die Börse bringen. Sie will Eigenkapital für Schiffe bei Versicherern, Banken und Pensionsfonds einwerben und damit den Markt, der bisher vor allem für Privatleute interessant ist, institutionellen Anlegern öffnen. Zunächst sollen so rund 20 Mio. Euro für einen Tanker zusammenkommen, später weitere Schiffe gekauft werden. Die Ausschüttung beziffert Geschäftsführer Tobias König mit neun Prozent.

Schiffe werden hier zu Lande vor allem über so genannte KG-Fonds finanziert. Dabei wird das Eigenkapital von Privatinvestoren bereitgestellt, Hypotheken und Kredite von den Banken machen die anderen zwei Drittel der Summe aus. Die Schiffe werden dann an Linienreedereien vermietet, sprich verchartert.

Insgesamt sammelten die Schiffsfinanzierer 2002 nach Berechnungen des Schiffsfinanzierungs-Experten Jürgen Dobert fast 1,5 Mrd. Euro von Privatinvestoren ein. Das Emissionshaus Dr. Peters, das sich auf Tanker spezialisiert hat, war 2002 am erfolgreichsten. Die Dortmunder holten sich 191 Mio. Euro von Anlegern.

Auf Ausschüttungen mussten viele Anleger wegen der Krise auf den internationalen Schifffahrtsmärkten allerdings verzichten. Die Krise ist zum Teil hausgemacht: Viele deutsche KG-Finanzierer bestellten Schiffe, für die es später keine Beschäftigung gab. Nach Ansicht des Hamburger Reeders Claus-Peter Offen ist das jetzt anders. „Mehr als drei Viertel der Schiffe haben schon bei ihrer Bestellung einen Charterer.“

Quelle: Financial Times Deutschland


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