Umstrittene Formulare für Riester-Rente werden vereinfacht

Altersvorsorge soll dadurch für Kunden attraktiver werden

Von Herbert Fromme, Köln Die stark kritisierten Anträge auf staatliche Zulagen für die Riester-Rente sollen entrümpelt werden. In den nächsten Wochen will sich eine Arbeitsgruppe von Anbietern mit den Experten der Zulagenstelle für Altersvermögen in Potsdam treffen, die zur Bundesversicherungsanstalt für Angestellte gehört. Das sagte Bernhard Uden, der zuständige Direktor bei der Victoria-Versicherung, der FTD. Die Arbeitsgruppe besteht aus Mitgliedern des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), des Zentralen Kreditausschusses (ZKA) der Banken und einzelnen Pensionskassen.

Um die staatliche Förderung für die Riester-Rente zu erhalten, muss jeder Kunde jährlich einen Antrag auf die Zulage für das vorangegangene Jahr ausfüllen und bei seinem Anbieter, etwa einem Versicherer, einreichen. Der leitet die Daten weiter an die Zulagenstelle, sie zahlt die Förderung direkt an den Anbieter, nicht an den Kunden. „Bei unserer Gesellschaft kommt die Mehrzahl der Fragebogen falsch ausgefüllt zurück“, sagte Uden. Die Erfahrungen decken sich mit denen anderer Versicherer: Bei der AMB-Gruppe etwa sind mehr als 70 Prozent der Anträge fehlerhaft.

Bei der Neufassung streben die Versicherer deutliche Vereinfachungen für die Kunden an. Dadurch soll die Riester-Rente attraktiver werden. „Die Frage nach dem Einkommen kann eigentlich wegfallen. Wir sind dafür, dass die Zulagenstelle diese Daten von den Rentenversicherungsträgern übernimmt“, sagte Uden. Offenbar scheuen sich sehr viele Kunden, ihr Einkommen auf dem Fragebogen offen zu legen. Hier gebe es die meisten Fehler. Auch die verpflichtende Angabe der Sozialversicherungsnummer macht vielen Kunden Kummer, vor allem, wenn sie nicht berufstätig sind. „Hier haben auch wir Anbieter Fehler gemacht, die Nummer hätten wir mit dem Verkauf der Police erheben können“, sagte Uden. Auf die Angabe der Nummer könne aber wohl auch künftig nicht verzichtet werden.

Am liebsten würde die Assekuranz das leidige Problem ganz dem Kunden überlassen. „Wir sind dafür, dass der Kunde uns den vollen Beitrag inklusive Zulagen zahlt und sich selbst das Geld vom Staat wiederholt, wie beim Lohnsteuerjahresausgleich“, verlangt AMB-Chef Walter Thießen.

Quelle: Financial Times Deutschland


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