BaFin geht im Gerling-Streit in die zweite Runde

Finanzaufsicht ruft wegen GGR-Deals nächste Instanz an Von Herbert Fromme, Köln

Der angeschlagene Versicherer Gerling und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) streiten sich weiter vor Gericht um die Frage, ob der Konzern seine Tochter Gerling Globale Rück (GGR) an Manager Achim Kann verkaufen darf.

Nach der Niederlage vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt, das die Zuständigkeit der BaFin verneint hatte, habe sich die Bundesanstalt an den Hessischen Verwaltungsgerichtshof als nächst höhere Instanz gewandt, sagte eine Justiz-Sprecherin der Nachrichtenagentur Reuters.

Gerling erwartet ein schnelles Verfahren. „Beide Seiten werden innerhalb weniger Wochen ihre Schriftsätze einreichen und nicht Monate verstreichen lassen“, sagte ein Sprecher des Konzerns. Ohnehin werde der Verkauf nicht vollzogen, solange kein Votum der Aufsichten in den USA und Großbritannien vorliege.

Sollte Gerling sich durchsetzen, könnte das schlechte „BB+“-Rating der operativen Töchter des Konzerns verbessert werden, erklärte Standard & Poor’s gestern Abend. Die Agentur werde aber nicht nur den GGR-Verkauf, sondern auch die Ergebnislage genau beobachten. Der Sachversicherer Gerling Allgemeine hatte gestern einen Verlust von 312 Mio. Euro gemeldet und lag damit im Rahmen der Schätzung von 300 Mio. Euro.

Quelle: Financial Times Deutschland


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