Clerical Medical setzt auf Probleme der Konkurrenz

Britischer Lebensversicherer will in Deutschland expandieren

Von Anja Krüger und Herbert Fromme, Köln Der britische Versicherer Clerical Medical will von der Krise der deutschen Lebensversicherer profitieren. Bis 2007 plant die zur Großbank HBOS gehörende Gesellschaft eine Vervierfachung der Prämien in Kontinentaleuropa. Kernmärkte sind Deutschland und Österreich.

Wegen der Börsenkrise und der anhaltend niedrigen Zinsen mussten die deutschen Lebensversicherer bereits zweimal in Folge die Gewinnbeteiligungen absenken. „Jetzt dämmert den Kunden langsam, dass die Versprechungen der deutschen Versicherer nicht so sicher sind, wie sie immer getan haben“, sagte Michael Hanitz, Vertriebschef für Deutschland und Österreich. Die Kunden seien deshalb offener für britische Lebensversicherungen.

Anders als die deutsche Konkurrenz setzt Clerical Medical weiter auf die Börse. Die Aktienquote beträgt mehr als 50 Prozent der Anlagen. „Kunden akzeptieren Unvorhersehbarkeit, wenn das Risiko über 20 Jahre gestreckt ist und Kapitalmarktschwankungen ausgeglichen werden können“, sagte Hanitz.

Das Unternehmen verkauft nur über Makler, zur Zeit sind es 3000 in Deutschland. Es hat 7000 Kunden mit 48 000 Verträgen. Im Jahr 2002 steigerte Clerical Medical die kombinierten Prämieneinnahmen – in denen laufende Beiträge und ein Zehntel der Einmalbeiträge enthalten sind – um 30 Prozent auf 103 Mio. Euro, drei Viertel davon Einmalbeiträge.

Quelle: Financial Times Deutschland


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