HDI-Tochter Aspecta beerdigt Japan-Pläne

Lebensversicherer wollte Fondspolicen anbieten

Von Herbert Fromme, Köln Der Haftpflichtverband der Deutschen Industrie (HDI) hat seine ehrgeizigen Pläne für den japanischen Lebensversicherungsmarkt begraben. Das bestätigte eine Sprecherin der HDI-Lebensversicherungstochter Aspecta der FTD. Als Gründe nannte sie die negativen Auswirkungen der Aktienmarktkrise sowie die Bindung von hoher Managementkapazität. Die Aktiengesellschaft Aspecta Japan KK hatte im Dezember 2002 die Lizenz von der Finanzaufsicht des Landes erhalten, sagte die Sprecherin.

HDI-Chef Wolf-Dieter Baumgartl hatte den Schritt in den fernen Osten im Juli 2001 bekannt gegeben. Ausgestattet mit bis zu 100 Mio. Euro Kapital sollte die Gesellschaft ausschließlich fondsgebundene Policen über vorhandene Vertriebskanäle verkaufen.

Damals nannte Baumgartl das Japan-Engagement „völlig ohne Risiko“. Weil das Vertrauen in die traditionellen japanischen Gesellschaften erschüttert sei, gebe es eine Öffnung, die man nutzen müsse, glaubte er. Zu den Kosten des gescheiterten Ausflugs nach Asien wollen sich Aspecta und der Konzern nicht äußern.

Auch die von Baumgartl verkündeten Pläne, fondsgebundene Policen in den USA zu verkaufen, sind bisher nicht realisiert worden. Die HDI-Gruppe ist mit Lebensversicherern in Luxemburg, Liechtenstein, Italien, Brasilien und Ungarn aktiv.

Nach vorläufigen Zahlen haben die Lebensversicherer der HDI-Gruppe im Jahr 2002 Bruttobeiträge von 1,32 Mrd. Euro verbucht. Davon entfielen 1,14 Mrd. Euro auf die inländischen Gesellschaften und 0,18 Mrd. Euro auf die Auslandstöchter.

Quelle: Financial Times Deutschland


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