Allianz Leben baut führende Position bei Altersversorgung aus

Neugeschäft mit Betriebsrenten wächst zweistellig

Von Herbert Fromme, Frankfurt Der Boom in der betrieblichen Altersversorgung geht für den Marktführer Allianz auch 2003 weiter. „Im ersten Quartal sind wir im Neugeschäft um 71 Prozent auf 270 Mio. Euro Neubeiträge gewachsen“, sagte Michael Hessling, Vorstand der Allianz Leben. „Für das volle Jahr werden wir die 71 Prozent nicht halten, aber auf jeden Fall deutlich zweistellig wachsen“, sagte er.

Damit baut die Allianz ihre führende Position aus: Ende 2002 hatte sie im Bestand der betrieblichen Altersversorgung einen Anteil von 19 Prozent, beim Neugeschäft waren es 23 Prozent – in der gesamten Lebensversicherung sind es 18 Prozent.

Sehr zufrieden ist Hessling mit der Pensionskasse, die erst im vergangenen Jahr eingeführt wurde. Insgesamt 160 000 Mitarbeiter von Unternehmen haben einen Vertrag mit der Allianz unterschrieben, die laufenden Jahresbeiträge aus diesen Abschlüssen belaufen sich auf 113 Mio. Euro. „Das sind 40 Prozent Marktanteil“, sagte Hessling.

Die Allianz-Tochter Dresdner Bank trug 2002 rund zwölf Prozent zum Neugeschäft in der betrieblichen Altersversorgung bei. Die Task Force der Bank, die aus 40 Spezialisten besteht, habe bisher 772 Rahmenverträge mit Unternehmen abgeschlossen, sagte Bank-Vorstand Karl Ralf Jung. Die Verträge umfassen insgesamt 352 000 Mitarbeiter, von denen bis April 2003 erst sechs Prozent einen Vertrag abgeschlossen hatten. „Hier besteht noch Potenzial“, sagte Jung. Die Bank mit ihren 10 000 Firmenkunden sei gut positioniert, Produkte der betrieblichen Altersversorgung zu vertreiben.

Gemeinsam wollen Versicherer und Bank-Tochter deutschen Unternehmen auch Lösungen für die bestehenden Betriebsrenten anbieten. „Die Rahmenbedingungen für diese Systeme haben sich deutlich verschlechtert“, sagte Hessling. Anforderungen von Analysten und Rating-Agenturen, steuerliche Faktoren und die Umstellung auf den internationalen Bilanzstandard IAS ab 2005 führten zu Handlungsdruck auf die Unternehmen. „Auch in den Betrieben tickt eine demografische Zeitbombe. In vielen Betrieben ist die Alterung noch dramatischer als im Bevölkerungsschnitt.“ Das berge hohe Risiken für die Bilanzen vieler Unternehmen.

Zitat:

„In den Betrieben tickt eine demografische Zeitbombe“ – Allianz-Vorstand Michael Hessling.

Quelle: Financial Times Deutschland


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