Branche ringt weiter um Rettung der Mannheimer

Aufsicht BaFin dringt auf rasche Lösung für Versicherungsgruppe

Von Herbert Fromme, Köln Die Versicherungsbranche setzt ihre Bemühungen zur Rettung der angeschlagenen Mannheimer-Gruppe fort. Eine Arbeitsgruppe des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft traf sich am Mittwochabend, um Änderungen an einem Auffangkonzept für den Not leidenden Versicherer zu diskutieren. Bisher sei das Geld für eine Rettung aber noch nicht zusammen, hieß es in Branchenkreisen.

Die Versicherer reagieren auf Bedenken der Finanzaufsicht BaFin, der an einer Stärkung des Eigenkapitals der Mannheimer gelegen ist. Deren Bilanz weist als Folge der zu hohen Aktieninvestments der Lebens-Tochter ein Loch von mehr als 200 Mio. Euro auf. Die BaFin will bald eine Lösung. Sonst könnte sie einen Sonderbeauftragten entsenden, der die Aufgaben des Vorstands bei der Mannheimer Leben wahrnimmt.

Von dem Kapitalbedarf der Mannheimer in Höhe von rund 300 Mio. Euro wollten die Versicherer Euro130 Mio. Euro mit einer Kapitalerhöhung und 170 Mio. Euro mit einer Rückversicherungslösung aufbringen. In dem revidierten Vorschlag seien das Rückversicherungselement verkleinert und ein weiteres Eigenkapitalelement eingeführt worden, hieß es in der Branche. Die BaFin habe sich zu den Vorschlägen noch nicht geäußert, sagte ein Mannheimer-Sprecher.

Branchenkreise sehen das Hauptproblem woanders: „Die Versicherer sind sich nicht einig, ob sie die Mannheimer retten sollen oder nicht.“ Mehrere Gesellschaften, die zuletzt eine Rettungsaktion unterstützt hatten, seien jetzt deutlich skeptischer.

Quelle: Financial Times Deutschland


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