Gerling und Mannheimer bereiten weiter Sorgen

Von Herbert Fromme, Bonn Die Finanzaufsicht BaFin hält an der Ablehnung des Verkaufs der angeschlagenen Gerling Globale Rückversicherung an Firmen des Managers Achim Kann fest. Es fehle ein langfristiges, stabiles Konzept, das die ordnungsgemäße Abwicklung des Rückversicherers sicherstelle, sagte Thomas Steffen, Chef der Versicherungsaufsicht bei der BaFin.

Gerling will über den Verkauf des sechstgrößten Rückversicherers der Welt an die schwach kapitalisierten Firmen Kanns die problembeladene Tochter aus der Bilanz bekommen und damit die Chancen für andere Konzernteile verbessern.

Doch die BaFin hat den Verkauf an Kann verboten, deshalb sind Gerling und die BaFin vor Gericht. Eine Entscheidung soll in den nächsten Wochen fallen. Gleichzeitig hat der Gerling-Konzern Änderungen an seinem Konzept vorgenommen. Dazu gehört die Erhöhung des Eigenkapitals der Gerling Rück um 112 Mio. Euro. „Das Konzept überzeugt noch nicht“, sagte Steffen.

Zur Zukunft der Mannheimer-Gruppe wollten sich weder Steffen noch BaFin-Chef Jochen Sanio äußern. Steffen sagte aber, die von der Branche geschaffene Auffanggesellschaft Protektor „soll möglichst das bleiben, als was sie gedacht ist: eine theoretische Auffanglösung für Lebensversicherer“.

Ausschließen wollte Steffen die baldige Nutzung des Rettungsfallschirms aber nicht. „Ich kann nicht ausschließen, dass Protektor gebraucht wird“, sagte Steffen. Das hänge von mehreren Faktoren ab, unter anderem dem Verlauf der Kapitalmärkte. Auch die Bereitschaft der Großaktionäre von Unternehmen, Geld in die Hand zu nehmen, spiele eine wichtige Rolle.

Für die Mannheimer-Gruppe, die nach fehlgeschlagenen Engagements im Aktienmarkt ein Loch von mehr als 200 Mio.Euro in der Bilanz hat, sucht eine Arbeitsgruppe des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft zurzeit eine Branchenlösung.

Bisher ist die Unterstützung für den Rettungsplan, nach dem die Versicherungswirtschaft mehr als 250 Mio.Euro aufbringen soll, aber sehr verhalten. Die BaFin dringt offenbar auf eine Lösung bis Ende Juni. Sonst könnte die Tochter Mannheimer Leben doch der erste Fall für Protektor werden.

Zitat:

„Das Gerling-Konzept überzeugt nicht“ – Thomas Steffen, BaFin.

Quelle: Financial Times Deutschland


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