Versicherer Signal Iduna sucht weiter nach Übernahmeobjekten

Verhandlungen über Vereins-und Westbank dauern an

Von Herbert Fromme, Dortmund Die Versicherungsgruppe Signal Iduna ist auf der Suche nach möglichen Übernahme-und Fusionskandidaten, will sich dabei aber keine Sorgenkinder in die Gruppe holen. Das Unternehmen gehört mit 4,2 Mrd. Euro Prämieneinnahmen zu den mittelgroßen Versicherern und ist traditionell stark in den Bereichen Handwerk und Handel. Es hat die Börsenkrise nach eigenen Angaben glimpflich überstanden und will jetzt die relative Stärke nutzen, um sich deutlich zu vergrößern.

„Wir sprechen mit einer Reihe von Unternehmen“, sagte Vorstandschef Reinhold Schulte, ohne Namen zu nennen. Im vergangenen Jahr führte die Gruppe intensive Verhandlungen mit der Gothaer. Bei allen Gesprächen achte die Signal Iduna ganz besonders auf die finanzielle Situation der möglichen Partner, sagte Schulte.

Die Verhandlungen mit der HypoVereinsbank, die ihre Tochter Vereins-und Westbank verkaufen will, werden nach Angaben des Konzernchefs fortgeführt. „Wir sind weiter interessiert.“ Sollte die Dortmunder Gruppe zum Zuge kommen, plant das Management keine Fusion der Vereins-und Westbank mit der konzerneigenen Conrad Hinrich Donner Bank (CHD). „Die CHD ist für uns im Asset Management sehr wichtig und im Bereich Finanzangebote an unsere 10,5 Millionen Kunden“, sagte Schulte. Da würde es keinen Sinn ergeben, sie mit der Filialbank Vereins-und West zu fusionieren.

Die Aktienkrise kam auch die Signal Iduna teuer zu stehen. Der wichtigste Lebensversicherer der Gruppe, die Iduna Vereinigte Lebensversicherung, musste 438 Mio. Euro abschreiben, nach 92 Mio. Euro im Vorjahr. Aus Aktienverkäufen fielen Verluste von 31 Mio.Euro an, verglichen mit 16 Mio. Euro. Der Konzern habe aber keine Abschreibungen verschoben. „Wir haben keine stillen Lasten und alle Stresstests bestanden“, sagte Schulte. Das habe sich der Konzern, der von Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit geführt wird, leisten können. „Im Vorjahr haben wir noch knapp 600 Mio. Euro mit Aktien verdient.“

Sorgen macht sich die Gruppe um das schwache Wachstum im Kerngeschäftsfeld Unfallversicherung, in der die Signal Iduna die Nummer vier im Markt ist. „Hier haben wir mit neuen Produkten reagiert.“ In den ersten fünf Monaten habe das Neugeschäft in der Unfallversicherung um 43 Prozent angezogen. In der privaten Krankenversicherung dagegen, einem weiteren wichtigen Standbein, ging das Neugeschäft wegen der geänderten gesetzlichen Vorgaben um zwölf Prozent zurück.

Quelle: Financial Times Deutschland


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