Schareck wird neuer Präsident der Versicherer

Chef der Karlsruher-Gruppe löst Bernd Michaels ab

Von Herbert Fromme, Köln Bernhard Schareck soll im November neuer Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) werden und damit Bernd Michaels ablösen. Das Präsidium des Verbandes nominierte ihn gestern. Der 58-Jährige ist Chef der Karlsruher-Gruppe, die zur Münchener Rück gehört.

Damit löst die Assekuranz eine ihrer kniffligsten Personalfragen. Seit Jahren haben es die Versicherer nicht leicht bei der Suche ihres Verbandspräsidenten: Die Branche befindet sich in der Krise. Die Verhandlungen mit den Mitgliedern und der Politik muss der Präsident neben seinem Job bei einem Versicherer leisten.

Im vergangenen Jahr blieb die Suche erfolglos. Der seit 1993 amtierende Präsident Bernd Michaels musste sich 2002 bereit erklären, trotz seines Ruhestands als Chef der Provinzial Düsseldorf ein weiteres Jahr zu amtieren. Ein Kernproblem bei der Suche: Die jeweiligen Konzerne müssen zustimmen. Bei Schareck ist das die Münchener Rück. Die war zwar in der Vergangenheit immer sehr zurückhaltend bei Verbandsposten für Vorstände der Konzerngesellschaften, konnte sich aber schlecht gegen die Berufung Scharecks stellen – zu sehr ist ihr an einem funktionierenden Verband gelegen.

Schareck hat eine lange Karriere in der Assekuranz hinter sich. Er studierte Versicherungswissenschaft, Betriebswirtschaft und Informatik in Köln. Stationen bei der R+V, dem Gerling-Konzern und der DKV brachten ihn 1990 als Chef zur Agrippina in Köln. Dort war schon sein Vater Georg Schareck Vorstand. Als die zur Zürich-Gruppe gehörende Agrippina immer enger in den Konzern integriert wurde, wechselte er 1996 als Chef zur Karlsruher.

Quelle: Financial Times Deutschland


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