Württembergische sucht Erfolg mit harter Sanierung

Sachversicherer trennt sich von unprofitablen Geschäftskunden

Von Anja Krüger, Stuttgart Die Schwestergesellschaften Württembergische Versicherung und Württembergische Lebensversicherung sehen nach zwei herben Verlustjahren die Trendwende. 2003 wollen sie mit Hilfe harter Sanierungsschritte im Bestand, Kostensenkungen und Wachstum ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen. Bis 2005 haben sich die Versicherer eine Ertragssteigerung von 90 Mio.Euro vorgenommen, womit sie auf das Niveau des Jahres 2000 von etwa 20 Mio.Euro Gewinn zurückkehren würden. „Bei der Württembergischen Leben ist der Haupthebel dafür die Kostensenkung, bei der Württembergischen Versicherung die Schadenentwicklung“, sagte WürttLeben-Chef Wolfgang Oehler.

Die Versicherer gehören zur W& W-Gruppe, zu der sich 1999 die Bausparkasse Wüstenrot und die Württembergische Versicherung zusammengeschlossen hatten. In den vergangenen beiden Jahren haben die Württembergische Sach-und Lebensversicherung Verluste von erst 64 Mio. Euro und dann 46 Mio.Euro eingefahren. „Wir haben uns ein gemeinsames Fitnessprogramm gegeben“, so Oehler. Durch Stellenabbau und Halbierung der Anzahl von 24 Verwaltungsgeschäftsstellen sollen die Kosten um 35 Mio. Euro gesenkt werden.

Im Mittelpunkt des Programms steht aber die Sanierung des Bestands des Sachversicherers. Er hat sich bereits 2002 von 176 Maklern und 65 000 Policen überwiegend aus dem Geschäft mit Lkw-Flotten getrennt. „Wir wollen mit dem eigentlichen Versicherungsgeschäft wieder Geld verdienen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Tom Bäumer. Für 2003 strebt das Unternehmen eine Schaden-Kosten-Quote von 97,3 Prozent nach 108,4 Prozent im Vorjahr an. Das heißt: Statt auf jeden eingenommenen Euro 8,4 Cent zu legen, will es an jedem Euro 2,7 Cent verdienen.

Wachsen soll vor allem die WürttLeben. Sie setzt große Hoffnungen auf ihre Pensionskasse. Der Versicherer will mit Anbietern zusammenarbeiten, die keine eigene Pensionskasse haben. Die WWK verkauft bereits Verträge für die Stuttgarter.

Quelle: Financial Times Deutschland


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