Allianz Leben stellt Gewinnplus in Aussicht

Marktführer baut Anteil im ersten Halbjahr weiter aus

Von Herbert Fromme, Köln Die Allianz Lebensversicherung erwartet für 2003 einen Gewinn, der „mindestens so hoch, wenn nicht höher“ als die 175 Mio. Euro des Vorjahres ausfallen soll. Das sagte Vorstandsmitglied Eckhard Hütter gestern. In der Vorwoche hatte der Allianz-Konzern für seine deutsche Lebensgruppe einen Verlust von 31 Mio. Euro im ersten Halbjahr bekannt gegeben – auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsvorschriften International Accounting Standards (IAS).

„Wir müssen unsere Zahlen nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) vorlegen und steuern das Unternehmen auch entsprechend“, sagte ein Sprecher der Allianz Leben. Der Lebensversicherer berechne keine HGB-Zahlen unterjährig, könne also keinen Wert für das Halbjahr zeigen. Nach IAS waren höhere Abschreibungen auf Wertpapiere nötig als nach HGB.

Hoch zufrieden zeigte sich Hütter mit dem Neugeschäft, das nach Beiträgen um 23,2 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro stieg. Davon entfallen allerdings neun Prozentpunkte auf automatische Anpassungen, die parallel zu Änderungen des Höchstbeitrags in der gesetzlichen Rentenversicherung vorgenommen werden.

Aber auch die echte Steigerung um 14 Prozent ist respektabel. „Wir liegen weit über dem Markt“, sagte Hütter. Das liege an der finanziellen Stärke der Allianz. Ein Indiz: Makler sind inzwischen für rund 20 Prozent des Neugeschäfts verantwortlich – für die Allianz Leben ein überraschend hoher Wert. „Die Makler suchen die Qualität, weil sie ihre Kunden nach Best Advice beraten müssen.“

Die Allianz habe sich nicht am Provisionswettbewerb beteiligt, aber das Geschäft komme trotzdem, sagte Hütter. Die Konzerngesellschaft Dresdner Bank legte um 26 Prozent zu und war für zwölf Prozent des Neugeschäfts verantwortlich.

Im Privatgeschäft sind vor allem Rentenversicherungen gefragt. Riester-Verträge verliefen dagegen enttäuschend. Der starke Boom in der betrieblichen Altersversorgung halte an, die Zahl der Abschlüsse mit Arbeitnehmern stieg um 117 Prozent auf 202 000 Verträge, sagte Hütter.

Quelle: Financial Times Deutschland


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