Finanzfirma PiL sucht Investoren für Secondhand-Policen

Partner in Life umwirbt Kunden, die Versicherung kündigen wollen Von Anja Krüger und Herbert Fromme, Köln

Die Finanzgesellschaft Partner in Life (PiL) will Secondhand-Lebensversicherungen als Investmentprodukte am Markt platzieren. „Wir wollen ein komplett neues Marktsegment etablieren“, sagte Vorstand Jörg Flohr der FTD.

Jede zweite Kapitallebensversicherung wird vor Vertragsablauf gekündigt. Für die Kunden ist das mit hohen Verlusten verbunden. Denn die Versicherer zahlen beim Rückkauf einer Police weniger als der Vertrag wert ist.

Unternehmen wie Cash-Life mit Sitz in München kaufen bereits seit Jahren Policen kündigungswilliger Kunden über dem Preis der Versicherer und führen sie weiter.

Die Luxemburger PiL erwirbt die Verträge dagegen nicht selbst. „Wir kaufen nicht eine Police auf eigene Rechnung“, erklärte Flohr. Stattdessen übernimmt ein Fonds die Verträge. Investoren zahlen die Beiträge für den Vertrag weiter und erhalten nach Ablauf die Auszahlungssumme.

PiL hat meist über regionale Makler zwar erst 140 deutsche Kapitallebensversicherungen für 13,5 Mio.Euro akquiriert, dafür aber ehrgeizige Pläne. „Wenn der Zweitmarkt für Lebensversicherungen zehn Prozent der gekündigten Policen umfasst, wollen wir davon 60 Prozent“, sagte Flohr.

Das will PiL mit Hilfe der Versicherer selbst erreichen. Doch die tun sich bislang schwer mit Secondhand-Policen, unter anderem, weil die Aufkäufer mehr für die Verträge zahlen als sie. Das will PiL ändern. „Vielen Gesellschaften tun die Kündigungen weh“, sagte er. „Wenn sie die Kunden zu uns schicken, vermeiden sie die Kündigung.“

Quelle: Financial Times Deutschland


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