Axa-Chef setzt auf Marktmacht der Versicherer

De Castries nennt verarbeitende Industrie als Vorbild

Von Herbert Fromme, Brüssel Der Versicherungskonzern Axa will künftig seine Marktmacht stärker einsetzen, um die Schaden-und Kostenbelastung zu senken. „Zusammen mit der Allianz sind wir die größten Kunden der europäischen Autoindustrie. Aber wir zahlen Preise für die PKW wie ein einzelner Kunde, der in den Laden geht“, sagte Axa-Chef Henri de Castries in Brüssel. Das sei nicht gerechtfertigt.

Europaweit gehe es um mehrere Millionen PKW pro Jahr. De Castries bezog sich auf Autos, die Versicherer nach Unfällen ersetzen.

In der Telekommunikation habe der Konzern bereits seine Gesamtkosten über vier Jahre durch eine Ausschreibung um 50 Prozent gesenkt. Das mache hohe Millionenbeträge aus. „In der Versicherungswirtschaft müssen wir endlich das tun, was die verarbeitende Industrie schon lange tut“, sagte de Castries. Kosten müssten genau gemessen und ebenso genau beobachtet werden wie die Kapitalzuweisung an bestimmte Geschäftsgebiete.

Die Axa habe inzwischen ein so effizientes Modell für die Kapitalzuweisung, dass sie weniger Kapital als andere für das Geschäft brauche und ihre Produkte deshalb billiger als die Konkurrenz anbieten könne. De Castries kündigte an, dass die Axa in der gegenwärtigen Marktphase weitere Übernahmen prüfe.

„Wir tun das in viel versprechenden Märkten, in denen unser Marktanteil schon wächst“, sagte er. Es sei falsch, dort Unternehmen zu kaufen, wo ein Problem gelöst werden müsse. Die Axa sei in wichtigen Märkten auf dem Wachstumspfad. Dazu gehörten Frankreich und Deutschland.

Quelle: Financial Times Deutschland


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