Capital Union bietet für Gerling Rück

Investmentbank will 250 Mio. Euro zahlenEuro

Von Herbert Fromme, Köln Die Investmentbank Capital Union mit Sitz in Bahrain und Dubai hat nach Informationen der FTD 250 Mio. Euro für die Übernahme des notleidenden Rückversicherers Gerling Globale Rück (GGR) geboten, der gerade abgewickelt wird. Für den Gerling-Konzern wäre solch ein Deal attraktiver als der noch nicht vollzogene Verkaufsvertrag mit dem Manager Achim Kann. Capital Union würde Bargeld ins Haus Gerling bringen, bei Kann müsste Gerling den Kaufpreis von 200 Mio. Euro jahrelang stunden, bis die Abwicklung Gewinn abwirft.

Die Schweizer Großbank Credit Suisse hält 25 Prozent an Capital Union, die restlichen Anteile liegen bei dem Finanzkonzern Olayan aus Saudi-Arabien, der Handelsgruppe Juma Al Majid aus Dubai und dem Mischkonzern Al Babtain aus Kuwait. Capital Union und Credit Suisse setzen auf Gewinne aus der Abwicklung des Rückversicherers und der Verwaltung der Kapitalanlagen, die mehr als 3 Mrd. Euro betragen.

Gespräche weit fortgeschritten

Die Gespräche seien weit fortgeschritten, hieß es in Versicherungskreisen. Die beiden Seiten hätten Absichtserklärungen unterzeichnet. Experten der Credit Suisse prüfen zurzeit die Gerling Rück im Datenraum. Vom Ausgang hänge es ab, ob es zu dem Deal kommt, so die Kreise. Gerling wollte zu dem Angebot nicht Stellung nehmen, bestätigte aber Gespräche mit Capital Union über „strukturierte Produkte im Bereich Asset Management“.

Der Rückversicherer musste nach hohen Schäden in den USA, Fehlkäufen bei seiner Überexpansion und Aktienverlusten im Oktober 2002 das Neugeschäft einstellen. Nur das Lebens-Rückversicherungsgeschäft wurde herausgelöst und inzwischen bei der VHV-Gruppe geparkt.

Den Hauptteil der Gerling Rück will der frühere Frankona-Chef Achim Kann übernehmen. Auch er hofft auf Abwicklungsgewinne. Der Deal mit Kann ist bisher nicht vollzogen. Noch steht die Genehmigung der New Yorker Versicherungsaufsicht aus. Die Londoner Aufsicht hat zugestimmt. Per Gericht hat Gerling durchgesetzt, dass die deutsche Finanzaufsicht BaFin keine Vollmacht hat, die Übertragung zu verhindern. Insider halten es für möglich, dass Gerling zunächst den Vertrag mit Kann erfüllt, der dann gegen eine Entschädigung das Unternehmen an Capital Union weiterverkauft. Die Vermögensverwaltung für die Gerling Rück würde sofort an die Capital Union übergehen.

Außerdem will Capital Union einen großen Teil des Asset Managements des Industrieversicherers Gerling-Konzern Allgemeine (GKA) übernehmen. Im Gegenzug würde sich die Investmentbank mit „unter zehn Prozent“ an der GKA beteiligen, die gerade 150 Mio. Euro frisches Geld von der deutschen Industrie erhalten hat.

Weiterer Bericht Seite 21.

Quelle: Financial Times Deutschland


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