Von Herbert Fromme, Patrick Jenkins und Thibaut Madelin, München Die Münchener

Von Herbert Fromme, Patrick Jenkins und Thibaut Madelin, München Die Münchener Rück macht ihr Verhalten zu Fusionsplänen zwischen den deutschen Großbanken davon abhängig, ob ihre Vertriebsvereinbarung als ausschließlicher Versicherungspartner der HypoVereinsbank (HVB) intakt bleibt. Das sagte der künftige Vorstandschef Nikolaus von Bomhard im Interview mit FTD, FT und Les Echos. Die Münchener Rück hält 25,7 Prozent an der Bank, außerdem ist sie mit 9,5 Prozent an der Commerzbank und über ihre Beteiligung von 12,2 Prozent an der Allianz indirekt auch an der Dresdner Bank beteiligt. Die Erstversicherungstochter Ergo verkauft über die HVB Lebensversicherungen und andere Verträge.

„Wir sind ein Beobachter. Wir haben aber genug Anteile, um dabei zu sein, wenn es zu ernsthaften Gesprächen kommt“, sagte von Bomhard. „Wir brauchen die Vertriebsvereinbarung. Wir haben unseren Fuß in der Tür, um sicherzustellen, dass wir sie behalten.“ Bei Ergo verfolge der Konzern eine Multikanal-Strategie für den Verkauf der Versicherungsprodukte. „Die Bank ist dabei ein sehr wichtiger Bestandteil.“

Theoretisch sei zwar „alles vorstellbar“, sagte von Bomhard vorsichtig. Der Verkaufskanal Bank sei aber sehr wichtig. Mit gemischten Vertriebskooperationen habe die Gruppe schlechte Erfahrungen gemacht. Viele Jahre verkauften Dresdner und HypoVereinsbank in manchen Regionen Policen der Allianz, in anderen die der Ergo-Töchter Victoria und Hamburg-Mannheimer. „Es hat viel Arbeit gekostet, das wieder in eine ordentliche Form zu bringen“, sagte von Bomhard. „Freiwillig würden wir uns auf eine solche gemischte Strategie nicht einlassen.“

Die Commerzbank hat ein Vertriebsabkommen mit der AMB Generali, die mit 9,1 Prozent beteiligt ist. Seit Monaten gibt es Spekulationen über eine Fusion von HVB und Commerzbank und auch anderer deutscher Banken – dann stellt sich die Frage, wer Versicherungspartner ist.

Von Bomhard kündigte an, dass die Münchener Rück ihren Anteil an der Allianz von den gegenwärtigen 12,2 Prozent weiter senken wird. „Das ist eine kontinuierliche Bewegung, die vom Markt abhängig ist.“ Auch ein Anteil, der ungefähr dem Dax-Gewicht der Allianz entspricht, sei zu diskutieren, sagte von Bomhard. Seit heute geht die Allianz-Aktie nach der Neugewichtung mit 7,85 Prozent in den deutschen Index ein.

Quelle: Financial Times Deutschland


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