Schroeder-Wildberg tauscht Spartenvorstand aus

Von Herbert Fromme, Köln Die MLP-Gruppe hat den Vorstand ihrer Vertriebsorganisation MLP Finanzdienstleistung (FDL) ausgetauscht. Konzernchef Uwe Schroeder-Wildberg, der zum 1. Januar den zurückgetretenen Bernhard Termühlen ersetzte, steht ab sofort auch an der Spitze der wichtigsten Tochter. Auch die beiden Konzernvorstände Gerhard Frieg und Eugen Bucher ziehen in den FDL-Vorstand ein. Neu ernannt wurden Muhyddin Suleiman, Roman Hadjio und Ralf Schmid. Die vier bisherigen FDL-Vorstände sollen „neue Führungsaufgaben in strategischen Kernbereichen“ übernehmen.

Gleichzeitig ändert MLP die Zuständigkeit für den Produkteinkauf bei Banken, Fondsanbietern und Versicherern. Sie geht von MLP Bank, MLP Versicherung und MLP Lebensversicherung auf die Vertriebsorganisation FDL über.

Die Gruppe hat eine schwere Krise hinter sich. Der Aktienkurs stürzte nach überzogenen Gewinnversprechen und der Enthüllung aggressiven Bilanzierungsmethoden ab. Viele Vertreter verließen die Organisation, schließlich ging auch Termühlen.

Unter Schroeder-Wildberg versucht MLP, wieder Tritt zu fassen. Seine jüngsten Entscheidungen deuten auf einen Kurswechsel hin. Anders als die Konkurrenten AWD, OVB oder DVAG hat MLP eigene Versicherungs- und Banktöchter. Zwar übernimmt auch die MLP Lebensversicherung nur einen Bruchteil des Geschäfts selbst, der größte Teil wird im Rahmen von Konsortien gegen hohe Provisionen an andere Lebensversicherer gegeben. Aber die Außenwirkung ist fatal: Die MLP-Vertreter können sich nicht darauf berufen, als Vermittler zwischen mehreren Versicherern „neutral“ auszuwählen.

Quelle: Financial Times Deutschland


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