Ergo-Konzern presst Tochter DKV Sonderdividende ab

Krankenversicherer bessert Münchener-Rück-Zahlen auf

Von Herbert Fromme, Köln Die Deutsche Krankenversicherung (DKV) zahlt für 2003 eine Sonderdividende von 65 Mio. Euro an den Düsseldorfer Ergo-Konzern. In Ergo hat die Münchener Rück die meisten Erstversicherungstöchter gebündelt. Dafür löste der Krankenversicherer Gewinnrücklagen in der selben Höhe auf. Zusätzlich erhält Ergo über den Gewinnabführungsvertrag 34 Mio. Euro von der DKV.

Die Sonderzahlung mildert die Probleme der Münchener Rück, die für 2003 unter anderem wegen hoher Belastungen durch die Lebensversicherer einen Verlust vorhergesagt hat. DKV-Chef Günter Dibbern begründete die Sonderausschüttung mit der geänderten Strategie im Ausland. Das Geld sei für Übernahmen angesammelt worden. „Die werden aber jetzt von der Ergo getätigt.“

Die DKV verbuchte 2003 Beitragseinnahmen von 3,26 Mrd. Euro, ein Anstieg um 7,2 Prozent. Der stammt je zur Hälfte aus Beitragserhöhungen und aus Neugeschäft.

Das Unternehmen hat noch immer nicht alle Lasten aus dem Börsencrash verdaut. Es ging auch in das Jahr 2004 mit Euroverschobenen Abschreibungen, so genannten „stillen Lasten“, die noch 225 Mio. Euro betrugen. Unter Einrechnung der stillen Reserven in Grundstücken und anderen Kapitalanlagen lag die DKV aber im Saldo mit 401 Mio. Euro im Plus.

Quelle: Financial Times Deutschland


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