Staatsanwälte ermitteln gegen Protektor-Vorstand

Bund der Versicherten erstattet Anzeige wegen Untreue

Von Anja Krüger, Köln Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Vorstand der Auffanggesellschaft Protektor wegen des Verdachts der Untreue. Die Verbraucherorganisation Bund der Versicherten hat Strafanzeige gestellt, weil Protektor auf die vollständige Rückzahlung des Darlehens an die Mannheimer Holding verzichtet.

Die von der Versicherungswirtschaft gegründete Auffanggesellschaft für angeschlagene Lebensversicherer hatte den Bestand der Mannheimer Leben und Verluste in Höhe von 193 Mio. Euro übernommen. Diese Summe gewährte die Auffanggesellschaft der Mannheimer Holding als Darlehen. Im Zuge der Übernahme der Mannheimer Holding durch die österreichische Versicherungsgruppe Uniqa wird das Darlehen für 25 Mio. Euro abgelöst, auf den Rest des Geldes verzichtet Protektor.

Die Berliner Staatsanwaltschaft sieht einen Anfangsverdacht wegen Untreue. „Wir prüfen, welchen wirtschaftlichen Wert die Forderungen von Protektor an die Mannheimer hatten“, sagte Staatsanwalt Frank Thiel. Hätten die Forderungen allerdings nicht realisiert werden können, sei durch den Verzicht auch kein Schaden entstanden. Außerdem gehen die Ermittler der Frage nach, ob die Anteilseigner an Protektor mit der Ablösung des Darlehens einverstanden waren.

Der Protektor-Vorstand wirft dem Bund der Versicherten vor, die Zusammenhänge der Ereignisse nicht zu verstehen. Wäre das Darlehen an die Mannheimer werthaltig gewesen, hätte es der Hilfestellung von Protektor nicht bedurft, heißt es in einer Mitteilung.

Quelle: Financial Times Deutschland


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