Konkurrent macht´s vor

Börsengang

Heute wird die Container-Reederei Royal P&O Nedlloyd an die Börse gehen. Das ist ein wichtiger Erfolgsmesser für den für Herbst angepeilten Börsengang Hapag-Lloyds. Die Royal P&O Nedlloyd wird an der Amsterdamer Börse platziert. Im Vorfeld war die Aktie bereits auf großes Interesse gestoßen: Mehr als 98 Prozent der Altaktionäre des niederländischen Mutterkonzerns Nedlloyd nahmen das Angebot an, Aktien für 20,79 Euro pro Stück an dem neuen Konzern zu erwerben. Der restliche Anteil wechselte für 31,05 Euro je Aktie den Besitzer. Heute wird sich zeigen, zu welchem Kurs die Aktien dann bei ihrem Börsendebut gehandelt werden.

Ursprünglich war das Unternehmen vor fast acht Jahren aus der Fusion der traditionsreichen Container-Reedereien P&O aus Großbritannien und Nedlloyd in den Niederlanden entstanden. Der britische Partner will sich aber zurückziehen. Er hat seine Hälfte des Joint Ventures an die börsennotierte Nedlloyd verkauft. Gleichzeitig haben sich die Briten jedoch verpflichtet, 25 Prozent an der umfirmierten Reederei zu erwerben und noch für mindestens sechs Monate zu halten.

Die Royal P&O Nedlloyd ist mit ihrer Flotte die viertgrößte Container-Reederei der Welt. Sie erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,8 Mrd. $ und ein operatives Ergebnis von 96 Mio. $. Damit ist sie allerdings längst nicht so produktiv wie Hapag-Lloyd und galt deshalb in der Vergangenheit sogar schon als Übernahmekandidat.

Katrin Berkenkopf

Quelle: Financial Times Deutschland


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