Versicherer scheuen Industrierisiken

BaFin will länderspezifische Kriterien bei Solvency II

Von Anja Krüger, Bonn Auch wenn in der EU einheitliche Maßstäbe zur Berechnung der Solvabilität von Versicherungsunternehmen gelten, sollte es länderspezifische Parameter geben. Dafür sprach sich Thomas Steffen aus, der bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für Versicherungen zuständig ist.

Nach der Einführung von Solvency II soll EU-weit der Bedarf an Eigenmitteln von der Risikolage des Bestands des Versicherers abhängen. Noch ist unklar, ob nur einheitliche oder auch nationale Parameter herangezogen werden. „Wir wollen die deutschen Sterbetafeln zugrunde legen, nicht die europäischen“, sagte Steffen bei der Hauptversammlung des Deutschen Versicherungs-Schutzverbandes (DVS), dem Interessenverband der Industriekunden.

Für die Kunden zeichnet sich in der Industrieversicherung keine Entspannung ab. Die Preise in der Sachversicherung hätten sich auf hohem Niveau stabilisiert, berichtete DVS-Geschäftsführer Günter Schlicht. In der Haftpflichtversicherung kam es zu Preiserhöhungen und schlechtere Bedingungen wie größere Ausschlüssen. Schlicht: „Wir stellen fest, dass die Risikoaversion der Versicherer ganz offensichtlich zunimmt.“

Quelle: Financial Times Deutschland


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