Aktuare warnen vor Unisex-Tarifen für alle Produkte

Versicherungsmathematiker fürchten Geschäftseinbruch

Von Herbert Fromme, Dresden Die einflussreiche Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) hat vor der Einführung von Unisex-Tarifen in allen Versicherungsbereichen gewarnt. „Das würde sicherlich zu einem schweren Einbruch im Neugeschäft führen“, sagte DAV-Vorsitzender Kurt Wolfsdorf. In der DAV haben sich 2500 Versicherungsmathematiker zusammengeschlossen.

Der Bundestag hatte am Donnerstag die Einführung von Unisex-Tarifen bei der staatlich geförderten Riester-Rente beschlossen. In der EU gibt es Bestrebungen, unterschiedliche Tarife für Männer und Frauen auch bei allen Versicherungen zu verbieten. Damit würden laut Wolfsdorf die Versicherer gegenüber anderen Finanzdienstleistern benachteiligt. Für Männer wären die teureren Tarife außerdem nicht mehr interessant, für Frauen würden sie kaum billiger.

Wolfsdorf verteidigte ebenfalls die umstrittene Spreizung von Zinssätzen durch Lebensversicherer je nach Höhe der gegebenen Garantie. Der Kunde müsse die unterschiedlichen Kosten verschieden hoher Garantien tragen. Über die Frage habe es Gespräche zwischen DAV und der Finanzaufsicht BaFin gegeben, die die Spreizung verbieten will. „Die BaFin hat unsere Argumente aufgegriffen und wird darüber nachdenken.“

Quelle: Financial Times Deutschland


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