W&W-Gruppe nimmt Wüstenrot-Vermittler in die Pflicht Konzern will Vertriebspotenziale besser nutzen

Von Ilse Schlingensiepen, Stuttgart Der Außendienst der Bausparkasse Wüstenrot soll seine Vermittlungsaktivitäten für die Konzernschwester Württembergische Lebensversicherung weiter ausbauen. „Es müsste möglich sein, dass die Wüstenrot 30 Prozent des Lebensneugeschäfts und mehr liefert“, sagte Gert Haller, Vorstandsvorsitzender der Wüstenrot und Württembergische AG (W&W). Zur Zeit tragen die Wüstenrot-Vertreter rund 25 Prozent zum Neugeschäft bei. Beim so genannten Cross-Selling zwischen den Konzernteilen seien große Fortschritte erreicht worden, sagte Haller. Allerdings arbeiten die Vertriebe der beiden Konzernteile weiterhin getrennt voneinander.

Der W&W-Konzern entstand 1999 aus der Fusion der Baufinanzierungsgruppe mit der Württembergischen Versicherungsgruppe. Haller hatte von Anbeginn den Ausbau des Cross-Sellings als wichtiges Ziel genannt. „Das ist uns über die Jahre hinweg ganz gut gelungen“, behauptete er. So kamen etwa im vergangenen Jahr 527 Mio. Euro Netto-Bausparsumme von den Vertretern der Württembergischen, 2000 waren es erst 215 Mio. Euro. Wüstenrot-Vertreter brachten 2003 Lebens-Neugeschäft mit einer Beitragssumme von 728 Mio. Euro, verglichen mit 516 Mio. Euro

Auch die Tochter Württembergische und Badische Versicherungs-AG (Wüba) soll helfen, die Vertriebsaktivitäten der W&W zu optimieren. Nach gescheiterten Verkaufsversuchen will der Konzern die lange Zeit defizitäre Tochter behalten. Sie habe 2003 ihren Verlust deutlich verringert, bereits 2004 sei ein Gewinn in Sicht, berichtete Haller. Jetzt wolle man ihre Maklerbindung nutzen. „Wir sehen hier zusätzliches Wachstumspotenzial in der Lebensversicherung, insbesondere der betrieblichen Altersversorgung.“ Los werden möchte Haller dagegen die niederländische Tochter Erasmus. „Sie passt strategisch nicht“, sagte er. Allerdings müsse der Preis stimmen.

Für 2004 rechnet Haller mit einer weiteren Verbesserung des Konzernergebnisses, das im vergangenen Jahr bei einem Gewinn von 45 Mio. Euro lag – deutlich besser als erwartet. 2002 musste W&W trotz eines Veräußerungsgewinns von 77 Mio. Euro einen Verlust von 84 Mio.Euro melden. Haller erwartet für 2004 einen Gewinn von 50 Mio. bis 60 Mio.Euro.

Zitat:

„Das Cross- Selling ist über die Jahre ganz gut gelungen“ – W&W-Chef Gert Haller

Quelle: Financial Times Deutschland


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