Gute Nachrichten sollen Anleger für Postbank begeistern

Von Herbert Fromme, Köln, und Dirk Benninghoff, Frankfurt Von positiven Nachrichten erhofft sich die Postbank nach dem schleppenden Pre-Marketing kurz vor dem Start der Zeichnungsfrist bessere Stimmung bei den Investoren. Zunächst kursierten in Finanzkreisen die guten Zahlen des ersten Quartals, in dem die Bank einen Gewinnsprung von 50 Prozent machte. Am Wochenende dann wurde eine bevorstehende Kooperation mit dem Finanzvertrieb AWD verkündet. Sie könnte laut eines Sprechers bereits im Juli starten.

Der Finanzdienstleister selbst ruderte allerdings zurück. AWD bestätigte zwar, dass es Gespräche mit der Postbank über den Vertrieb von Konsumentenkrediten gegeben habe. „Die Verhandlungen waren konstruktiv, aber bisher rein auf der Arbeitsebene. Eine Entscheidung, ob das Geschäft zustande kommt, ist noch nicht gefallen“, sagte der Sprecher.

Das Unternehmen verkauft bisher neben Versicherungen und Kapitalanlagen auch Baufinanzierungen, aber keine Konsumentenkredite. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf hoch provisionierten, langfristigen Verträgen. Eine Entscheidung für den Deal mit der Postbank wäre deshalb ein bedeutender Richtungswechsel für AWD. Die Entscheidung dürfte davon abhängen, ob AWD seinen Vertrieb für stark genug hält, in dem sehr umworbenen Geschäft mitzuhalten, und ob die Postbank bereit ist, hohe Provisionen zu zahlen.

Auch aufsichts- und steuerrechtliche Fragen dürften bei den AWD-Überlegungen eine Rolle spielen. Für die Vermittlung von Krediten gelten andere Regeln als für die von Versicherungen. So hat der Bundesfinanzhof am 9. Oktober 2003 entschieden, dass Handelsvertreter, die für Finanzvertriebe arbeiten und Kredite für Dritte (also Banken) verkaufen, auf ihren Provisionsanteil Umsatzsteuer abführen müssen. Bisher führen die AWD-Vertreter für ihre Provisionseinnahmen aus Versicherungen keine Umsatzsteuer ab. Damals hatte AWD verkündet, es sei von dem Urteil nicht betroffen, weil sein Vertrieb keine Kreditvermittlung betreibe.

Zitat:

„Eine Entscheidung, ob das Geschäft zustande kommt, ist noch nicht gefallen “ – AWD-Sprecher

 

Quelle: Financial Times Deutschland


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