Standard & Poor’s mahnt Disziplin bei Rückversicherern an

Rating-Agentur sieht vermehrten Druck auf Preise

Von Herbert Fromme, Köln Die Rating-Agentur Standard & Poor’s (S&P) erwartet für 2004 und 2005 zunehmenden Druck auf die Rückversicherer, bei den Preisen nachzugeben. Die Prämien hätten bei der Schadenrückversicherung 2004 ihren Höhepunkt erreicht. Bei Haftpflicht-Rückdeckungen sei aber bis 2005 mit weiter steigenden Preisen zu rechnen, heißt es im neuesten S&P-Branchenbericht.

„Die Unternehmensführung muss versuchen, Forderungen von Kunden, Maklern und Aktionären nach Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Geschäftsvolumen mit der Notwendigkeit der Kürzung dieser Volumen bei fallenden Preisen unter einen Hut zu bringen“, sagte S&P-Analyst Stephen Searby.

Mehrere Rückversicherer hätten bereits angekündigt, sich ein Stück weit aus bestimmten Sparten zurückzuziehen. Die Preise sinken nach S&P-Angaben konkret schon bei weltweiten Schaden- und Katastrophendeckungen, der Flugzeugversicherung (Luftfahrtkasko) und Schadenversicherungen großer US-Konzerne. „Die Ankündigungen der Rückversicherer sind ermutigend“, sagte Searby. Wenn sich die Branche nicht daran halte, drohe eine Wiederholung der katastrophalen Niedrigpreisphase der 90er Jahre.

S&P erwartet aber, dass nicht alle Rückversicherer gleichermaßen erfolgreich bei dem Versuch sein werden, dem Druck auf die Preise zu widerstehen. Die Rating-Agentur ermutigt sie, Umsatzrückgänge in Kauf zu nehmen und nicht benötigtes Kapital an Aktionäre zurück zu geben. Das habe keine negativen Auswirkungen auf ihr Rating.

Quelle: Financial Times Deutschland


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